Makuladegeneration Teil I: Schulmedizinische Therapie

Quelle: „Makuladegeneration – Schulmedizinische und alternative Therapieverfahren im Vergleich“ Hrsg.: SOS Augenlicht e.V., 4. Aufl. 2009.

Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Problem der Makuladegeneration. Ziel ist es, betroffene nicht nur auf das als Basis der Ausführungen oben genannte Buch aufmerksam zu machen, sondern zu informieren, welche Therapiemöglichkeiten bei dieser Erkrankung bestehen und wie viele Behandlungserfolge zu erwarten sind.

Grundsätzlich geht die Schulmedizin davon aus, dass eine vorliegende Makuladegeneration nicht heilbar ist.
Untersuchungen haben hingegen festgestellt, dass eine Makuladegeneration (kurz: MD) dann regenerierbar ist, wenn das Netzhautgewebe noch lebt. Allerdings handelt es sich an dieser Stelle um Untersuchungen der alternativen Medizin. Die Schulmedizin hingegen neigt, wie so oft dazu, solche Erkenntnisse zu ignorieren.
Man muss an dieser Stelle anmerken, dass durch verschiedene Therapieverfahren bislang keine MD vollständig geheilt werden konnte. Ob dies jemals der Fall sein wird, ist fraglich. Allerdings hat man insbesondere bei der alternativen Medizin manchmal längerfristige oder kurzfristige Verbesserungen des Sehvermögens erreichen können. Ebenso konnte das Voranschreiten der Degeneration verlangsamt oder zeitweise sogar gestoppt werden.

Man unterscheidet bei der MD zwischen einer trockenen und einer feuchten MD.
Schulmedizinisch wird nur die feuchte MD behandelt, in der Regel mit dem Ziel, Gefäßwachstum zu unterdrücken und ein Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder zu stoppen. Die trockene MD hingegen wird schulmedizinisch gar nicht behandelt, häufig wird den betroffenen Patienten mitgeteilt, dass sie mit einer trockenen MD nicht erblinden werden. Allerdings kann aus einer trockenen MD auch eine feuchte werden. Durch das progressive Gefäßwachstum der feuchten MD und einem Austritt von Flüssigkeit und Blut aus den Gefäßen, kommt es zu schwerwiegenden Schädigungen der Makula, die letztendlich zur Erblindung führen können.
Bei der trockenen MD hingegen liegt dieses Phänomen des wilden Gefäßwachstums so nicht vor. Wir haben es hier in erster Linie mit einer Degeneration von Nervengewebe der Makula zu tun, die ebenso zu einer erheblichen Verschlechterung der Sehfähigkeit führt. Eine Möglichkeit zur Regeneration dieses Nervengewebes ist schulmedizinisch nicht bekannt. Alternativmedizinische Verfahren hingegen, zielen gerade auf die Regeneration scheinbar toter Nervenareale der Makula ab.

Schulmedizinische Therapieverfahren

Zu den schulmedizinischen Verfahren gehören  verschiedene invasive Methoden, um das Gefäßwachstum im Makulabereich zu unterbinden.

PDT
Zu der gängigsten und im Moment am vielversprechendsten Methoden, gehört die Photodynamische Therapie (PDT).
Bei diesem Verfahren bekommt der Patient einen Wirkstoff per Infusion verabreicht, der das Gefäßwachstum verlangsamen soll. Damit der Wirkstoff im Auge aktiv wird, ist danach eine mehrminütige Rotlichtbestrahlung, des vorher betäubten Auges erforderlich.
Diese Methode kann allerdings nur bei rund 10% der Betroffenen angewendet werden. Darüber hinaus kann es zu nicht unwesentlichen Nebenwirkungen des Wirkstoffes kommen. Dazu gehören Schmerzen und Schwellungen an der Infusionsstelle, Rücken- und Kopfschmerzen, vorübergehend reduziertes Sehvermögen, Übelkeit, Schwindel und Blutdruckabfall- oder Anstieg und einige mehr. Patienten mit Leberfunktionsstörung, Porphyrie oder Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, können nicht behandelt werden.
Bei dieser Methode wird nicht die Degeneration an sich, sondern das Gefäßwachstum im Netzhautbereich der Makula behandelt.

Lasertherapie
Lasertherapie kann hingegen bei rund 61% der Fälle angewandt werden. Allerdings wird auch hier nur die feuchte MD mit dem Ziel, das Gefäßwachstum zu stoppen, behandelt. Die Rezidiv-Rate, die angibt, wie häufig es im Anschluss der Therapie erneut zu einem Fortschreiten der Degeneration kommt, liegt immerhin bei 60%!
Grundsätzlich ist eine Lasertherapie, bei der neugebildete Gefäße im Bereich der Makula per Laser „verödet“ werden, mit Risiken verbunden. Denn eine Laserbehandlung kann auch gesundes Gewebe zerstören. Das höchste Risiko ist ein auftretender Gesichtsfeldausfall an einer gelasterten Stelle. Dieses Skotom ist irreversibel, der verursachte Schaden bleibt also bestehen.
Erfahrungsberichte erzählen von Verbesserungen der Sehfähigkeit, welche sich über kurz oder lang häufig zeigten. Manchmal wird auch von einem Stillstand im Voranschreiten des Sehverlustes berichtet.  Viele Patienten gaben allerdings auch an, dass sich direkt nach der Behandlung das Sehvermögen deutlich verschlechtert habe.
Bei dieser Methode wird nicht die Degeneration an sich, sondern das Gefäßwachstum im Netzhautbereich der Makula behandelt.

Medikamentenbehandlung mit Macugen, Lucentis / Avastin
Auch mit dieser Methode kann ausschließlich die feuchte MD behandelt werden. Auch hier wird versucht, Gefäßneubildungen zu verhindern und Gefäßwachstum zu stoppen, um so eine Verschlechterung des Sehvermögens aufzuhalten.
Bei dieser Injektionstherapie wird ein Präparat direkt ins Auge injiziert. Antikörper sollen die Ausschüttung eines Wachstumshormons hemmen, das für die Gefäßneubildung verantwortlich ist. Es ist eine  regelmäßige 4-6 Wöchige Wiederholung der Behandlung notwendig. Über einen Zeitraum von 1-2 Jahren. Die 70%ige Erfolgsrate bescheinigt zumindest ein deutlich langsameres Voranschreiten der MD.
Das Risiko dieser Behandlung ist relativ hoch, da es zu Injektionsschäden direkt am Auge kommen kann. Außerdem besteht die Gefahr eines Anstiegs des Augeninnendruck und damit eines akuten Glaukoms. Daher sollten Glaukompatienten gar nicht erst mit dieser Methode behandelt werden.
Sehr häufig kommt es darüber hinaus zu Entzündungen des Auges nach der Behandlung. Außerdem wurden akute Keratitis, Augenschmerzen, Glaskörpertrübung und andere Komplikationen festgestellt.
Häufig wurden Fehlempfindungen des Auges, Katarakt, Bindehautblutungen, Ödeme, Konjunktivitis, Schwellungen, Netzhautblutungen, verringerte Sehschärfe und noch einiges andere festgestellt. Es kann außerdem zu allergischen Reaktionen, Augenblutungen, Netzhautablösung, retinalem Arterien- oder Venenverschluss, Glaskörperprolaps kommen. Die Liste ist noch länger …
Häufige systemische Nebenwirkungen der Therapie sind außerdem Kopfschmerzen. Gelegentlich kann es zu Albträumen, Depressionen, Morbus Meniere, Aortenaneurysma, anaphylaktischem Schock, Änderung der Haarfarbe, Erbrechen, Ekzemen, grippeähnlichen Erkrankungen und Brustkorbschmerzen kommen. Auch hier sind nur einige Nebenwirkungen genannt.
Bei dem Medikament Lucentis wurde außerdem ein dosisabhängiger Anstieg der Schlaganfallhäufigkeit bei Patienten festgestellt. Andere schwerwiegende Nebenwirkungen sind Bronchitis und Anämie, sowie arterielle Thromboembolien.
Außerdem hat man festgestellt, dass die Größe der Antikörper, die injiziert werden, ein Vordringen des Wirkstoffes in alle Bereiche der Netzhaut verhindert. Immerhin handelt es sich bei Augengefäßen um die feinsten Haargefäße des Körpers. Somit ist von vornherein eine ausreichende Wirkung des Medikamentes ausgeschlossen!
Die Wirkung von Avastin auf das Gefäßwachstum ist umstritten.
Trotz der schwerwiegenden Nebenwirkungen, ist dieses Verfahren zurzeit das effektivste schulmedizinische Verfahren.

Behandlung mit Vitaminen und Mineralstoffen
Insbesondere ein Vitamin A- Mangel kann zur Netzhautdegeneration führen und damit auch zu einer direkten Makuladegeneration. Aus diesem Grund sollte eine Prophylaxe mit vitaminreicher Ernährung, nicht nur in Hinblick auf eine mögliche Augenerkrankung, als sinnvoll erachtet werden.
Bei der speziellen Anwendung von Vitamin-Präparaten im Zusammenhang mit einer Makuladegeneration, wird in der Schulmedizin vor allem auf Vitamin A vertraut. Neben Vitamin A-Präparaten ist aber auch eine Verabreichung von Vitamin C, E, Betakarotin, Zink- und Kupferoxid notwendig. Möglich ist so eine „Kur“ durch Nahrungsergänzungsmittel.
Ziel einer solchen Vitamin-Behandlung ist vor allem, durch die antioxidative Wirkung von Vitamin A freie Radikale zu binden, welche zur Netzhautdegeneration beitragen. Da die Bildung von freien Radikalen vor allem durch Licht und Sauerstoff begünstigt wird, ist das Auge durch permanente Sonneneinstrahlung und künstlichem Licht, sowie durch seine optimale Sauerstoffversorgung, besonders gefährdet.
Allerdings birgt die Anwendung von Vitaminpräparaten immer die Gefahr einer Überdosierung. Eine Vitamin-Kur sollte immer durch einen fachkundigen Therapeuten überwacht werden. Betacarotin ist vor allem bei Lungenkrebs kontraindiziert, durch einen Überschuss an Zink kann eine Anämie hervor gerufen werden. Ein Vitamin C-Überschuss kann Nierensteine verursachen und stimuliert in hoher Dosierung sogar die Bildung freier Radikaler. Eine Überdosis Vitamin A kann hingegen Kopfschmerzen, Haarausfall und Knochenschwund begünstigen. Zinkoxid kann eine hypochrome mikrozytäre Eisenmangelanämie auslösen. Selen darf nicht zusammen mit Vitamin C verabreicht werden, da es ansonsten nicht resorbiert werden kann und bei Überdosis auch noch Haarausfall und Verdauungsstörungen hervorrufen kann.
Aufgrund von Erfahrungsberichten empfiehlt der Verein „SOS Augenlicht“ auf eine Vitaminreiche Ernährung natürlich nicht zu verzichten, allerdings seien die Tatsächlichen Erfolge einer speziellen Vitamin-Kur bei Makuladegeneration zu gering, um von einer effektiven Therapie reden zu können. Darüber hinaus konnte ein tatsächlicher Vitamin-Mangel, der zu einer MD geführt haben könnte, meistens gar nicht festgestellt werden, womit sich die Frage nach dem Sinn einer gezielten Substitution von Vitaminen, mit dem Ziel z.B.  freie Radikale zu binden, stellt. Wahrscheinlicher ist es, dass funktionelle Stoffwechselstörungen von Patienten eher dazu führen, dass tatsächlich vorhandene Vitamine im Organismus nicht ausreichend genutzt werden können. Somit macht eine exogene Vitamin-Gabe in diesem speziellen Fall gar keinen Sinn.

Netzhautrotation / Makularotation
Wiedermals handelt es sich um eine Methode, die fast ausschließlich bei feuchter Makuladegeneration angewandt wird. Versuche gibt es auch bei trockener MD. Es handelt sich um eine besonders aufwendige Operation, bei der die Augenlinse und der Glaskörper entfernt werden. Danach wird die Netzhaut abgelöst und über den Sehnerv „umgeklappt“, um neugebildete Gefäße entfernen zu können. Dann wird die Netzhaut gedreht und die Makula selbst über gesundem, nicht degeneriertem Gewebe, wieder abgelegt. Zuletzt wird die Netzhaut mit einem Laser „verschweißt“ und der hintere Teil des Auges mit Silikonöl gefüllt, dass nach 2-3 Monaten entfernt werden kann. Durch einen 2. Eingriff wird dann der Augapfel gerade gestellt, um ein verzerrtes Sehen zu beseitigen.
Die Universität Köln hat bereits 2005 Versuche mit dieser Methode eingestellt, da sich keine Patienten mehr für diese Operation gewinnen ließen. Die Risiken sind einfach zu groß. So kann es nicht nur zu verwirrenden Wahrnehmungen durch ein Bilderverkippen kommen, die Netzhaut kann sich darüber hinaus wieder ablösen. In manchen Fällen konnte die Makula währen des Eingriffs nicht mal weit genug aus dem degeneriertem Bereich bewegt werden, um über gesundem platziert werden zu können. Außerdem kam es zu Rissen in der Hornhaut nach der OP und Erkrankungen der Hornhaut.
Wenige Patienten konnten von Verbesserung des Sehens und meistens auch nicht von Dauer, berichten. Manche klagten sogar direkt nach der OP über eine Sehverschlechterung und erheblichen Verlust der Sehfähigkeit.
Zu oft ist kein koordiniertes Sehen beider Augen mehr möglich, wodurch sich Bildverzerrungen ergeben. Die Kosten für so eine Operation betragen dazu um die 25.000 €.


Kortison-Injektionen; Triamcinolon-Injektionen
Kortison hemmt die Gefäßneubildung, ebenso die Gefäßdurchlässigkeit und hemmt gleichzeitig, dies ist wohl allgemein bekannt, Entzündungen.
Ein weiterer Wirkstoff, der direkt ins Auge injiziert wird ist Triamcinolon. Der positive Einfluss auf die Gefäßneubildung ist bislang nicht erwiesen.
Grundsätzlich hängen mit den Injektionen beider Wirkstoffe riskante Nebenwirkungen zusammen: erhöhter Augeninnendruck, Fortschreiten von Katarakten und lokale Entzündungen, die im Auge in der Regel gefährlich werden können.
Die Erfolgschancen sind weder bei Kortison noch bei Triamcinolon eindeutig belegt. Mediziner teilen hingegen mit, dass die Injektionen auf die Sehschärfe keinen wesentlichen Einfluss haben. Zumindest müsse man dann auch nicht mit einer (wesentlichen) Sehschärfenverschlechterung rechnen!
Lediglich in Kombination mit der eingangs erwähnten PDT-Methode bieten sich Erfolgschancen.
Die Risiken sind im Grunde die Gleichen, wie bei der ebenfalls erwähnten Lucentis-, bzw. Avastin-Behandlung und damit ausgesprochen hoch. Zusätzlich kann es zu optischen Einschränkungen durch im Auge umherschwimmende Kristalle kommen.
Aufgrund der nicht sonderlich verbreiteten Anwendung, gibt es angeblich nur wenig Erfahrungsberichte. Vereinzelt wird von Sehverschlechterung berichtet.

Makuladegeneration Teil II: alternativmedizinische Therapie

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