Die Beinlängendifferenz und der Beckenschiefstand

Ein Großteil der Bevölkerung leidet unter einer Beinlängendifferenz, die häufig schon im Vorschulalter diagnostiziert wird, und welche dann, über Jahre verschleppt, zu weitreichenden Rücken-, Hüft- und Knieproblemen führen kann.
Tatsächlich muss man sich die Frage stellen, ob „Alterserscheinungen“ wie die Hüft- oder Kniearthrose und chronische Rückenschmerzen durch Beinlängendifferenzen und damit verbundenen Fehlbelastungen in ihrer Entwicklung begünstigt werden.

An dieser Stelle soll bei der Arthrose-Problematik auf entsprechenden Artikel verwiesen werden, welcher vor einiger Zeit hier veröffentlicht wurde und nicht unberücksichtigt bleiben darf.

Trotzdem muss man sich, vor allem bei asymmetrischen Symptomen, einseitigen Arthroseentwicklung, Meniskusschäden, Ischias-Beschwerden, immer die Frage stellen, was zu einer einseitigen Entwicklung in nur einer Hüfte, Knie oder eben, einseitigem Ischias-Leiden und lateralen Bandscheibenproblematiken führte. Das gilt auch für die beidseitige Hüftarthrose, bei dem oft die gesunde Hüfte der kaputten Hüfte, durch folgende Fehlbelastung zeitlich folgt.

Die Antwort ist recht erstaunlich, wenn man  bedenkt, dass es in geschätzt 9 von 10 Fällen diese Beinlängendifferenz tatsächlich gar nicht gibt!
Zumindest nicht als ursächliches Problem!
Zugegeben: auch in der Praxis Theuerkorn werden ebenso häufig Beinlängendifferenzen in der Eingangsuntersuchung festgestellt. Allerdings kommen Chiropraktiker, Osteopathen und andere Rückentherapeuten i. d. R. zu dem Schluss, dass diese Beinlängendifferenz nur ein Phänomen einer weitreichenderen Problematik einer Beckenfehlstellung ist (Beckendistorsion).
Vor allem stellt man im Behandlungsverlauf meist schon nach den ersten Behandlungen fest, dass diese Beinlängendifferenz reversibel ist, also behoben werden kann.
Es muss natürlich angemerkt werden, dass es auch angeborene und daher irreversible, wachstumsbedingte Beinlängendifferenzen gibt. Solche Menschen erkennt man meistens an den einseitig hohen Schuhabsätzen, welche Beinlängendifferenzen von mehreren Zentimetern bedeuten, und bei denen es ohne Absatzerhöhung nicht schmerzfrei geht.
Differenzen im Millimeterbereich bis hin zu 3,0 Zentimeter hingegen sind i.d.R. erworbene und daher zumeist behebbare Differenzen, die hingegen nur scheinbar als Verlängerung eines Beines auftreten!

Hier stellt sich, wie so oft, die Frage, warum in der Schulmedizin daher mit Einlagen, und im Notfall medikamentöser Symptombehandlung, diese Ursache nicht beseitigt wird?

Schaut man sich das Problem der Beinlängendifferenz genauer an, stell man immer wieder fest, dass eine Beckenfehlstellung Ursache ist, und ein Beckenschiefstand dann jedoch erst aus der, aus der Fehlstellung resultierenden, Beinlängendifferenz entsteht (Beckenfehlstellung => Beinlängendifferenz => Beckenschiefstand). Somit finden wir in der Beinlängendifferenz zwar eine brauchbare Diagnose, nicht aber eine sinnvolle und notwendige therapeutische Behandlungsgrundlage.
Die Behandlungsgrundlage bildet eben die Beckenfehlstellung, die nicht das Gleiche wie der daraus resultierende Beckenschiefstand ist!

Die Diagnose Beinlängendifferenz führt daher i.d.R. zu einer vorhandenen Beckenproblematik, die wiederum meistens ihren Ausgang in einer Blockierung der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (ISG-Blockade) findet.
Die Pathophysiologie der ISG-Blockade ist einleuchtend (auch für Wissenschaftler, wenn sie denn wollen) und belegbar.

Der knöcherne Beckengürtel besteht aus drei wesentlichen Knochenstrukturen, welchen durch drei Gelenke zu Beweglichkeit verholfen wird. Das Kreuzbein als Fortsatz der Lendenwirbel wird rechts und links von den Darmbeinen eingefasst. Hier finden wir rechts und links je ein Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (ISG). Die zwei Darmbeine laufen vorne am Schambein zusammen. Auch Sie werden durch eine knorpelige Gelenkverbindung, der Schambeinfuge (Symphyse) beweglich gehalten. Die weitere Anatomie des Beckens soll an dieser Stelle in den Hintergrund treten.
Das Problem der Beckendistorsion wird vor allem durch die Beweglichkeit der ISG-Gelenke hervorgerufen, welche sich zumeist nach vorne (ventral), oder nach hinten (dorsal) verschieben. Durch die Beweglichkeit der Schambeinfuge kommt es dann wiederum zu einer umgekehrten Verschiebung des gegenüberliegenden ISG-Gelenks in die entgegengesetzte Richtung. Das klassische Bild einer Beckendistorsion, ist also genau genommen erst mal einen Beckenverwringung / Beckenverdrehung (Distorsion).
Durch die folgende Lageveränderung der zwei Darmbeine und einer Steilstellung des nach ventral gekippten Darmbeins, kommt es zu einer Veränderung des Hüftgelenkwinkels und damit Fehlstellung der Hüfte und resultierender (scheinbarer) Beinlängendifferenz.
Die Diagnose des Beckenschiefstandes lässt sich i.d.R. dann erst im Stehen feststellen, wenn das scheinbar längere Bein das gleichseitige Darmbein in der Frontalebene verschiebt.

Die Symptome der Beckendistorsion oder einer ISG-Blockierung sind vielfältig. Sie beginnen häufig mit Druckschmerz im Bereich des ventral verlagerten Darmbeins. Schmerzen können auch im Bereich des nach dorsal verlagerten Darmbeins auftreten.
Durch eine anhaltende Beckendistorsion, kommt es in Folge zu einer Kippung und Verdrehung (Rotation) der Lendenwirbel mit Skoliosebildung (Rotationsskoliose) und dann entsprechender Begleitsymptomatik. Hier kann es dann dauerhaft zu Bandscheibenkompressionen und Diskusprolaps kommen, mit entsprechender lateraler Schmerzsymptomatik, bzw. Ischiassyndrom. Sobald man eine einseitige neurologische Symptomatik der unteren Extremitäten vorfindet, sollte man immer eine Beckendistorsion untersuchen und ggf. behandeln.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass z.B. eine laterale Bandscheibenprotusion (Bandscheibenvorwölbung) in ihrer Schmerzsymptomatik, durch eine Behebung der Beckengelenksblockaden ausgesprochen günstig beeinflusst werden kann. Oft können akute Ischias-Beschwerden rasch beseitigt werden.
Durch die veränderten Hüftwinkel kann es zu Fehlbelastung derselben, sowie Fehlbelastungen der Knie mit resultierenden Beschwerden der Innen- oder Außenmenisken und X-oder O-Bein-Stellung kommen. Auch Senk- und Spreizfüße sowie einseitiger Hallux valgus sollte in Verbindung mit einer Korrektur der Beckenstellung, wenn feststellbar, behandelt werden.
Selbst HWS-Symptome, Kopfgelenksblockaden, Schulter-Arm-Syndrom und Tennisarm etc., können durch Beckendistorsionen in ihrem Entstehen und Verlauf begünstigt werden.

Durch die anhaltende Fehlstellung der Hüften, Knie, Wirbelsäule bis zum Kopf, kommt es zu meist einseitigen Beschwerden in allen Bereichen der Wirbelsäule und oberen sowie unteren Extremitäten.

Das Geschilderte zeigt, dass eine Beinlängendifferenz viel zu oft in der Inspektion zwar festgestellt werden kann, durch eine Beckenfehlstellung jedoch tatsächlich gar nicht vorhanden ist. Vielmehr ist die Diagnose einer Beinlängendifferenz ausgesprochen wichtig für die genauere Diagnose der Beckendistorsion, und leitet die weiteren Behandlungsschritte ein. Die Verlagerten Darmbeine lassen sich am hinteren oberen Darmbeinkamm (SIPS) palpieren und ergeben hier das eindeutige Bild einer Distorsion, welche sich dann ggf. durch Röntgenbilder belegen lässt.

Fatal kann die Diagnose Beinlängendifferenz allerdings werden, wenn ihr mit Einlagen versucht wird entgegen zu steuern und es so folglich zu einer Fixierung der Beckenfehlstellung kommt, die dann mit der Zeit immer schwieriger zu behandeln wird, da eine Behandlung muskulärer Fehlstellungen und Dysbalancen mit behandelt werden muss, und den Behandlungsverlauf aufwendiger und schwieriger macht.

Die Behandlung mit Muskelrelaxantien i.m. verabreicht, birgt häufig die Gefahr, dass sich Blockaden zwar lösen, durch den herabgesetzten Muskeltonus jedoch umso schneller wieder manifestieren. So öffnet diese konservative Methode häufig den Weg zu wiederkehrenden Blockaden, welche später als „chronisch rezidivierende“ Gelenksblockaden ohne erkennbare Ursache, so manchem Patienten das Leben erschweren.

Literatur:
Dr. Wilh. P. Ackermann – Die gezielte Diagnose und Technik der Chiropraktik, Arbeitsbuch, Usp-Publishing, 4. Aufl. 2008

Herbstzeit ist Erkältungszeit!

Vorbeugen und schnell der Erkältung die Stirn bieten um fit und gesund durch den Winter zu kommen!

Wenn das erste Kratzen im Hals einsetzt, sollte sofort mit Kräutertees gegen gesteuert werden. Salbei und Eibisch Wurz haben entzündungslindernde Wirkung. Kamille und Fenchel krampflösend, und Thymian und Anis helfen, die Atemwege wieder frei zu machen. Ein schmackhafter Tee mit Honig, regelmäßig über den Tag getrunken, vitalisiert und macht die Atemwege frei. Hier darf man gerne genießen.

Bewährt hat sich ebenso die Gabe von Ferrum phosphoricum (Schüsslersalz Nr. 3), wenn eine Atemwegentzündung aufkeimt!
Obligatorisch kann man mit dem Spenglersan Kolloid G (Fm. Meckel-Spenglersan) akut oder prophylaktisch behandeln, indem man mehrmals täglich genanntes Präparat anwendet.
Ähnliche Wirkung entfaltet Echinacea. Doch hier gilt zu beachten: Echinacea sollte bereits vor dem Ausbruch einer Erkältung, als Prophylaxe eingenommen werden. Sie wirkt vor allem immunstabilisierend. Also direkt, wenn der Herbst beginnt!

Natürlich hilft in jedem Fall die klassische Zitrone als Vitamin C-Träger. Aber Achtung:
Heißes Wasser kann dem Vitamin C schaden. Also lieber eine warme Zitrone trinken, und den Zitronensaft nicht mit heißem oder kochenden Wasser, sondern mit kurz abgekühltem Wasser aufgießen.
Gleiches gilt übrigens für die Zwiebel. Ihr Sud mit Honig getrunken, hilft bei Erkältungen.

Das wichtigste für ein gesundes Immunsystem ist eine gesunde Lebensführung, die vor allem durch eine gesunde Ernährung, gesunden Schlaf und maßvollem Umgang mit Stress einher geht. Hier haben wir 3 wesentliche Krankmacher unserer Gesellschaft, wenn sie nicht in der Balance sind.
Der größte komplexe Teil des immunbildenden Gewebes sitzt im Darm, genannt Peyersche Plaques. Sein Wohlergehen wird vor allem durch unsere Ernährung und dauerhafte Substitution von Medikamenten beeinflusst.
Eine Atemwegerkrankung muss in bestimmten Fällen durch Antibiotikagabe behandelt werden, doch wählen Sie diese Therapiemethode mit bedacht. Antibiotika schaden mehr, als dass  sie nützen. Nehmen Sie lieber ein paar Tage Bettruhe in Kauf als die „Schnelle Pille“, dann wird es ihnen langfristig besser gehen.
Kurieren Sie jede Erkältung richtig aus. Abgeschlagenheit, „sich uselig“ fühlen, das sind Zeichen, dass ihr Körper noch Zeit braucht. Geißeln Sie sich nicht für ihren Arbeitgeber oder ihre Kollegen. Sie können Anderen nur eine Hilfe sein, wenn Sie an erster Stelle ihre eigene Gesundheit pflegen. Denken Sie daher auch hier langfristig und nicht kurzfristig!
Der normale Krankheitsverlauf eines „Grippalen Infekts“ (nicht einer Infektion mit einem Grippe Virus) dauert bis zu 7 Tage, wobei zwischen dem 2-4 Tag der Erkrankungsgipfel erreicht sein sollte. Danach tritt Besserung ein. Die vollständige Ausheilung der Schleimhäute (quälender Reizhusten und anhaltender schleimiger Schnupfen) kann hingegen nochmals bis zu 2 Wochen in Anspruch nehmen.
Akute Erkältungen, die länger als eine Woche andauern, sind schon Zeichen eines Schwachen Immunsystems.

Die jährliche Erkältung, die schnell wieder abheilt, hat noch keinem geschadet. Sie fordert das Immunsystem und hält es in Gang. Unterdrücken Sie sie nicht!!!
Sie ist vollkommen normal, denn Ihr Immunsystem bildet manche Antikörper jedes Jahr neu! Lassen Sie es gewähren.
Erst wenn es zur fiebrigen Erkältung und Bettlägerigkeit kommt, hat ihr Immunsystem für einen Moment nicht richtig funktioniert.

Aspirin und Paracetamol nützen in diesem Fall übrigens überhaupt nicht!
Die Kopfschmerzen entstehen durch den Druck von häufigem Niesen, Husten oder durch Bakterientoxine, die Sie mit genannten Präparaten nicht in den Griff bekommen.
Ansonsten haben diese Wirkstoffe keinerlei entzündungshemmende Wirkungen, die bei Erkältungen von Nutzen sein könnten.

PS: die Einnahme von mehr als 1 Tablette Paracetamol (bei handelsüblicher, nicht verschreibungspflichtiger Wirkstoffmenge) täglich, schädigt nachweislich Lebergewebe.

Wenn Sie zu dem Menschen gehören, die anhaltend infektanfällig sind, und bei jedem kleinen Regenschauer“ krank werden, sollten Sie nach den echten Ursachen forschen. Eine immunstabilisierende Therapie zeigt nur Wirkung, wenn man die krankmachenden Ursachen erkennt und langfristig mit behandelt!
Stress, Ernährung, Dauermedikation und schlechter Schlaf. Meistens findet man hier eine Ursache.

Die hier vorgeschlagenen Anwendungen dienen der rein immunstabilisierenden Prophylaxe in Herbst- und Wintermonaten und sollen nicht als Ersatz für eine möglicherweise notwendige Therapie verstanden werden. Die Hier gemachten Aussagen können und wollen eine möglicherweise notwendige therapeutische Behandlung nicht ersetzen. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte immer Rat bei einem Arzt oder Heilpraktiker.
Bei Anwendungen von naturheilkundlichen Präparaten und möglichen Nebenwirkungen, holen Sie vorher bitte immer erst den Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Apothekers ein.
Eine Erkältung darf nicht mit einer ernst zu nehmenden Infektion mit dem Grippe-Virus oder anderen schwerwiegenden Erkrankungen verwechselt werden, gehen Sie daher bei Anzeichen einer Atemwegsinfektion immer zur näheren Abklärung zum Arzt.

Makuladegeneration Teil II: alternativmedizinische Therapie

Quelle: „Makuladegeneration – Schulmedizinische und alternative Therapieverfahren im Vergleich“ Hrsg.: SOS Augenlicht e.V., 4. Aufl. 2009.

Verfahren nach Hancke
Die Methode wurde vom Heilpraktiker und Augenoptikermeister Jürgen Hancke entwickelt und stellt im Moment, laut SOS Augenlicht e.V., die erfolgreichste alternativmedizinische Behandlungsmethode, sowohl bei feuchter als auch trockener MD dar.
Der Heilpraktiker Hancke arbeitet dabei mit Hilfe der Akupunktur, an einer zerebralen Netzhautstimulation, bei der vornehmlich Gehirnbereiche durch Akupunktur stimuliert werden, die für die Augen verantwortlich sind. Ziel ist es, die „Steuerzentrale“ Gehirn als Ursache der Erkrankung mit zu therapieren.
Der Optiker Hancke setzt darüber hinaus eine spezielle Therapiebrille ein, um Fehlsichtigkeit zu korrigieren und vor allem das Sehzentrum zu entlasten. Außerdem wird der Patient in seinem Verhalten und Umgang mit seiner Augenerkrankung geschult.
Dazu müssen anfangs mehrere Sitzungen Akupunktur pro Tag vorgenommen werden. Es werden 5-10 Nadeln im Stirnbereich gesetzt. Danach wird dem Patienten eine auf die Akupunktur abgestimmte Brille angefertigt.
Nach Hancke sind ein Teil der toten Netzhautareale nur inaktiv und können durch Akupunktur wieder stimuliert werden. Laut seinen Angaben werden von den Augenärzten zu viele Areale als tot erklärt und somit eine tatsächliche Therapiemöglichkeit von noch vorhandenen, funktionstüchtigen aber inaktiven Netzhautarealen, außer acht gelassen.
Die Erfahrungen mit dieser Methode sind meist positiv. Seltener wird auch von schlechten Erfahrungen berichtet, die insbesondere keine Verbesserung des Sehvermögens betonen. In verschiedenen Fällen sei ein Stillstand der Erkrankung erzielt worden. In manchen sogar Sehverbesserungen. Risiken gibt es bei dieser Therapie keine. Infektionen an den Einstichstellen der Akupunkturnadeln sind in der Regel, vor allem wenn sterile Einmalnadeln verwendet werden, ausgesprochen selten. Es kann manchmal zu Hämatomen an der Einstichstelle kommen.

Verfahren nach Bangerter
Prof. Dr. Bangerter war schulmedizinischer Augenheilkundler und entwickelte die nach ihm benannte alternativmedizinische Methode, zur Behandlung trockener und feuchter MD.
Hier wird chinesische Akupunktur mit Röntgenbestrahlung kombiniert. Es konnte in verschiedenen Fällen ein Stoppen der Degeneration erreicht werden. Vor allem die Akupunktur hat es hier zum Ziel, die Durchblutung  und den Stoffwechsel, vor allem bei der trockenen MD zu verbessern.
Mit einer gebogenen Injektionsnadel werden unbekannte Substanzen in die Nähe der Netzhaut injiziert. Außerdem werden  durchblutungsfördernde Medikamente und Vitamine verabreicht. Zudem soll mit der Inhalation eines Sauerstoffkohlendioxidgemisches die Durchblutung verbessert werden. Dazu wurde in einzelnen Fällen feuchter MD Röntgenbestrahlung, sowie retrobulbäre Kortisonspritzen eingesetzt.
Die Abwägung der Risiken dieser Methode ist schwierig, da man die verwendeten Substanzen nicht kennt. Ein Verletzungsrisiko besteht grundsätzlich bei Injektionen, so natürlich auch bei solchen in die Augenhöhle. Außerdem muss man immer an das relativ hohe Risiko, einer möglichen Schädigung der Netzhaut durch Röntgenbestrahlung, denken. Die Risiken sind trotzdem nicht so hoch einzuschätzen, wie bei den hier bereits geschilderten schulmedizinischen Verfahren. Der Einsatz von Bestrahlung ist, aufgrund seiner nicht erwiesenen Wirksamkeit, allerdings fragwürdig. Manche Patienten berichten von merklichen Irritationen und negativen Auswirkungen durch die Bestrahlung.
Vereinzelt berichten Patienten von einer Verbesserung der Sehfähigkeit, die manchmal nur kurz anhielt, manchmal auch länger. Eine dauerhafte Stagnation der Erkrankung konnte bislang auch hier nicht erreicht werden.

Verfahren nach Boel
Auch bei dem Verfahren des Dänen John Boel wird Akupunktur eingesetzt. Es lässt sich damit sowohl feuchte als auch trockene MD behandeln. Ebenso wird bei diesem Verfahren versucht, durch Aktivierung von Energiebahnen eine Verbesserung des Stoffwechsels und eine Selbstheilung der Gefäße im Auge zu erreichen. Ziel dieser Methode ist nicht nur eine Stabilisierung der Erkrankung, sondern auch eine Verbesserung der Sehfähigkeit.
Es werden hierzu 12 Punkte akupunktiert. Es sind dabei 2 Sitzungen pro Tag notwendig, wobei bei jeder 2. Behandlung wieder die gleichen Punkte gestochen werden. Ein Behandlungsblock erstreckt sich dabei über rund 10 Sitzungen. Es muss außerdem regelmäßig nachbehandelt werden.
Wie bei den meisten alternativmedizinischen und naturheilkundlichen Verfahren, gibt es auch hier keine anerkannten wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit dieser Methode. Die Aussagen zu der Methode sind sehr verschieden, allerdings finden wir diese Tatsache bei fast allen, auch schulmedizinischen Methoden vor.
Die Risiken der Akupunktur wurden bereits erwähnt, sie sind verschwindend gering. Auch hier können keine entstandenen Komplikationen genannt werden. Gesundheitliche Nachteile sind von dieser Methode nicht zu erwarten. Lediglich ein Ausbleiben der Wirkung und ein ungehindertes Voranschreiten der MD, muss mit einkalkuliert werden.
So sind auch die Erfahrungen mit der Methode sehr unterschiedlich. Es gibt Berichte von Sehverbesserungen und Berichte von keinen wahrgenommenen Veränderungen. Von Sehverschlechterungen wird hingegen gar nicht berichtet. Die meisten Patienten nehmen allerdings überhauptkeine Wirkung wahr.
Die klassische Augenheilkunde hingegen „verreist“, wie so oft, diese alternativmedizinische Methode, hat aber selbst, wie wir sehen, keine deutlich besseren Ergebnisse zu liefern.
Da es mittlerweile anerkannte Studien zur Akupunktur gibt, ist von einem Versuch, sich mit dieser Methode behandeln zu lassen aufgrund des geringen Risikofaktors trotzdem nicht abzuraten.
SOS Augenlicht empfiehlt hingegen diese Methode sogar, da ein hier erreichter Stillstand der MD in jedem Fall erstrebenswert ist.  Ebenso stellt sich die Frage, warum so wenige Erfolge durch diese Methode erzielt werden. Möglicherweise könnte es an der knappen und so unzureichenden Ausbildung von Therapeuten, während einer nur 3-tägigen Fortbildung, liegen.

So viel zu den schul- und alternativmedizinischen Verfahren.

Was gibt es aber Grundsätzlich an Möglichkeiten, Risiken, an einer Makuladegeneration zu erkranken, zu minimieren?
Grundsätzlich sollte man ab dem 55. Lebensjahr regelmäßig zum Augenarzt gehen und den Status seiner Augen überprüfen lassen. Dies gilt besonders für Risikogruppen wie Raucher und Übergewichtige. Allerdings sollten sicherlich auch solche Berufsgruppen über Prävention nachdenken, die durch ihre Arbeit am PC etc. einer größeren Gefahr ausgesetzt sind, dieser Krankheit anheim zu fallen. Daneben können Stress, Bewegungsmangel sowie Toxine Belastungsfaktoren sein. Ebenfalls gilt es, übermäßige Sonneneinstrahlung zu meiden. Insbesondere lange Meeraufenthalte, reflektierender Schnee und tiefstehende, blendende Sonneneinstrahlung können das Netzhautgewebe schädigen. Bildschirmarbeit, langes Fernsehen und Lesen ermüden die Augen und sollten durch eine optimal angepasste Brille und Ruhepausen für die Augen kompensiert werden.

Symptome, die grundsätzlich den Weg zum Augenarzt einleiten sollten, sind dauerhaftes Augenbrennen, Druckgefühl und andere wiederkehrende Reizungen des Auges.
Wenn Helligkeit, Schärfe und Kontrast deutlich schwächer werden, muss die Sehfähigkeit überprüft werden.

Festhalten kann man auch, dass Vitaminbehandlungen den Prozess der Degeneration verlangsamen, aber nicht aufhalten können. Hier stellt sich die Frage, ob eine Vitamintherapie sinnvoll ist, oder ob man eher im Rahmen einer „Ernährungsumstellung“ die Vitaminaufnahme optimiert, bzw. ob funktionelle Störungen bei der Vitaminaufnahme behandelt werden sollten.
Beim Vergleich der Risiken mit den Therapieerfolgen, stellt sich die Frage, ob das Risiko in den meisten Fälle eine Operation oder andere Eingriffe lohnenswert erscheinen lässt. Auch hier unterscheiden sich die gemachten Erfahrungen bei ein und derselben Therapiemethode häufig.

Die Alternativmedizin hingegen wird im deutschen Gesundheitswesen zu oft skeptisch betrachtet. Das unabhängig davon, ob ein Arzt oder Heilpraktiker versucht, neue Wege zu gehen. Trotzdem scheinen Ärzte immer öfter den alternativen Behandlungsweg zumindest zu empfehlen.
Letzten Endes bedarf es in unserem Gesundheitssystem immer eines wissenschaftlichen Beweises einer Heilmethode, um anerkannt zu werden. Auch, wenn offenbare Heilerfolge, die (noch) nicht erklärt werden können, dabei unberücksichtigt bleiben.

Makuladegeneration Teil I: schulmedizinische Therapie
Makuladegeneration Teil III: Erfahrungen aus der Praxis

Makuladegeneration Teil III: Erfahrungen aus der Praxis

Erfahrung aus der Praxis
Aus eigener Erfahrung in meiner Tätigkeit als Heilpraktiker mit einer 83 jährigen Patientin, kann ich folgendes zur Behandlung durch (Ohr)-Akupunktur berichten:
Die Frau leidet unter trockener Makuladegeneration, mit einem Sehverlust von über 80% im rechten, und über 90% im linken Auge. Die lapidare Feststellung der Ärzte lautete „von einer trockenen Makuladegeneration werden Sie wenigstens nicht blind.“ – Dass aus der trockenen eine feuchte MD werden kann, teilte ihr niemand mit. Ich habe diesen Umstand während eines Beratungsgespräches vorsichtig erwähnt, ohne zu größerer Sorge oder Panik verleiten zu wollen.
Nach rund 8 Therapiesitzungen in einem Intervall von rund 2 Terminen Pro Woche, konnte eine kurzzeitige Verbesserung der Sehfähigkeit festgestellt werden. Schwarze Flecken, die sich im Sichtfeld seit einiger Zeit bemerkbar gemacht hatten waren verschwunden, Verzerrungen wurden als weniger stark wahrgenommen, zeitweise war Fernsehschauen wieder besser möglich. Ebenso verschwand der Augendruck, der zu einer Dauerbelastung geworden war.  Zeitweise wurde der Augendruck morgens noch wahr genommen. Die Resonanz der Patientin auf die Therapie war an dieser Stelle ausgesprochen positiv.
Danach kam eine Periode der Stagnation, bei der das Sehen zumindest nicht auffällig schlechter wurde. Die Behandlung wurde kurzzeitig unterbrochen, um dann wieder regelmäßig durchgeführt zu werden.
Letztendlich konnten wir feststellen, dass die Akupunktur langfristig das Voranschreiten der Degeneration deutlich zu verlangsamen scheint. Bei der Beurteilung, ob das qualitative Sehen tatsächlich besser wird oder wurde, bin ich, als Therapeut, sehr vorsichtig und kann mich nur auf die Aussagen meiner Patientin verlassen. Zeitweise sind offensichtlich Sehverbesserungen wahrnehmbar. Offenbar  scheint die Patientin selbst „tagesformabhängig“, die Sehqualität unterschiedlich wahr zu nehmen.
Ziel der Therapie war es, das Gehirn selbst (die Patientin hatte vor 2 Jahren einen Schlaganfall) und das Auge, durch eine Aktivierung des Energieflusses zu regenerieren. Aufgrund der unterschiedlichen Intervalle der Behandlungen kann eine Sehverbesserung, bzw. Verschlechterung in Abhängigkeit zur Häufigkeit der Behandlungen, auch durch die Patientin selbst, festgestellt werden.
Grundsätzlich bietet sich diese Behandlungsmethode an, da sie vor allem schonend und ohne Nebenwirkungen abläuft. Gerade bei älteren Patienten lässt sich diese minimalinvasive Therapie mit sterilen Einmalnadeln, auch per Hausbesuch beim Patienten durchführen. Allerdings denke ich, dass auf Dauer eine permanente Wiederholung der Anwendungen notwendig ist, wenn langfristig wenigstens das Voranschreiten der Degeneration der Makula aufgehalten werden soll. Bislang wurden über 25 Behandlungen an der Patientin durchgeführt.

Nicht zuletzt sollte man, wenn man als Naturheilkundler oder Alternativmediziner betreut, ein Problem ganzheitlich betrachten. So muss, meiner Meinung nach, vor allem die bisherige Krankheitsgeschichte (Schlaganfall, niedriger Blutdruck – der ja schulmedizinisch angeblich keinen Schaden verursachen kann, meiner Ansicht nach allerdings zu nicht unwesentlichem Sauerstoffmangel im Organismus führt, weshalb Niederdruckpatienten oft über Müdigkeit und Gedächtnisverschlechterungen klagen.) berücksichtigt werden, und ebenso die aktuelle Lebenssituation.
Wenn in einem Alter über 80 Jahren, langsam die Perspektiven schwinden, man öfter Müde wird und gedanklich nicht mehr so weit in die Zukunft blicken mag, dann werden psychosomatisch mit Sicherheit damit verbundene Ängste, in der Sehfähigkeit der Augen ihren Ausdruck finden. Die Weitsicht leidet darunter ebenso sehr, wie das detaillierte Sehen, mit dem man ursprünglich Pläne schmiedete und einen genauen Lebensentwurf entwickelte. Nicht nur der Blick durch die Augen wird getrübt, sondern auch der Blick in die Zukunft wird unklar, verschwommen und verzerrt, je näher man einem möglichen Lebensende kommen mag. Die Zukunft ist nicht nur in Hinblick auf das Leben ungewisser als Jahre vorher, sondern auch in Hinblick auf das Lebensende sieht man überhaupt nicht mehr klar, was auf einen zukommt.
Es sollte wichtig sein, wenn ein entsprechendes Vertrauensverhältnis gewachsen ist, mit alten Menschen, über solche Ängste zu reden, wenn sie denn vorhanden sind.
So finden wir abschließend also drei Behandlungsebenen, auf der ganzheitlich behandelt werden sollte: einer psychischen, einer organischen und einer symptomatischen Ebene. Nur wenn alle drei Behandlungsebenen berücksichtigt werden, kann für die Zukunft eine erfolgversprechende Therapie der Makuladegeneration gefunden werden.

Makuadegeneration Teil I: schulmedizinische Therapie
Makuladegeneration Teil II: alternativmedizinische Therapie

Medizinische Laien-Auskünfte

Medizinische Laien-Auskünfte und Therapien oder andere Tätigkeiten zur Feststellung, Linderung oder Heilung von Körperschäden, Leiden oder Krankheiten finden aufgrund des Zustandes des deutschen Gesundheitssystems unter den Schlagwörtern „Prävention“, „Gesundheitsvorsorge“ oder einfach „Gesundheitsbewusstsein“ derzeit regen Absatz!

Bitte beachten Sie in ihrem eigenen Interesse, dass solche vorgenommenen Tätigkeiten in Deutschland gesetzlich den Heilberufen vorbehalten sind.
Wenn Sie sich beraten lassen, fragen Sie vorab IMMER nach einer entsprechenden Qualifikation! Hier gilt es bei der Diagnosestellung ebenso den Heilberuf vom Heilhilfsberuf zu unterscheiden!
Sollte eine entsprechende Qualifikation gemäß der Titelführungspflicht der Heilberufe nicht ersichtlich sein, lassen Sie besser die Finger davon …
Beachten Sie bitte auch, dass schon die Erteilung eines medizinischen Rates mit dem Vermerk „Hier von bitte 3x tägl.!“ Oder „Reiben Sie sich mal hiermit ein!“ gegen entsprechende Gesetzgebung verstößt und Sie nicht mehr beraten sondern therapiert werden, wofür eine schlüssige und i.d.R. zeitlich umfangreiche Anamnese und Diagnose erforderlich ist.
Zuletzt ist jeder gemessene Blutdruck, Puls, Körperfett oder die Auswertung eines Blutbildes mit einer Diagnose verflochten, soll weiter ein medizinischer oder gesundheitlicher Rat erfolgen.
Letztlich auch die Erstellung eines Diätplanes in Verbindung mit einer Grunderkrankung (hierzu zählt auch das Wohlstandssyndrom und Adipositas) haben therapeutischen Charakter und sollten qualifizierten Berufen vorbehalten sein.
Ein gut gemeinter Rat zum Schluss:

Eine telefonische oder via Internet vorgenommene Auswertung von medizinischen Daten (z.B. Blutbild) ist unseriös wenn nicht von einem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker vorgenommen, der die komplette gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten überschauen kann!
Nicht zuletzt geben Sie ihre persönlichen, vertraulich zu behandelnden medizinischen Daten an Dritte, womöglich Unbekannte weiter.
In der Naturheilkunde hat der behandelnde Therapeut als Individuum wesentlichen Einfluss auf den Heilungsprozess des Patienten, wodurch ein persönliches Verhältnis zwischen Beiden –Heiler und Patient- von unschätzbarem Wert und anzustreben ist, was durch eine ausschließlich telefonische oder andere, mediale und unpersönliche Beratung weitgehend unmöglich wird!

Tim Theuerkorn

Gesundheit ist Balance

Alles in unserer materiellen Welt besteht aus Gegensätzen, die sich gegenseitig bedingen. Das bedeutet, dass das Eine ohne das Andere nicht existieren kann oder zumindest allein zu einer Fehlfunktion führt! Dies wird ganz besonders deutlich im medizinischen Bereich:
Im Bewegungsapparat wird die Körperhaltung wesentlich durch das Zusammenspiel von Muskeln oder Muskelgruppen bestimmt, die sich durch ihre gegenteilige Aufgabe auszeichnen. Sie werden kurz „Antagonisten“ genannt: beugt ein Muskel ein Gelenk, streckt sein Antagonist selbiges. Kommt es zu statischen Dys-Balancen zwischen diesen Antagonisten, fällt das zwangsläufig auf den Bewegungsapperat zurück und es entwickelt sich ein Leiden oder eine Krankheit.
Ähnliches finden wir im Bereich der Elektrolyte, der Mineralien und Nährstoffe: z.B. Kalium und Natrium beeinflussen die Nierenfunktion immens und kommt es zu einem Ungleichgewicht – einer Dys-Balance – kann die Nierenfunktion und Funktion der Herzkreislauf – Systems erheblich beeinflusst und gestört werden: es entwickelt sich auch hier ein Leiden oder auf Dauer eine manifeste Krankheit!

Das bedeutet:
Fällt der Organismus aus dem Gleichgewicht und entwickelt eine Dys-Balance, finden wir früher oder später eine Krankheit vor!
Umgekehrt bedeutet Gesundheit der Ausgleich oder die Balance des Organismus´, der zumeist von Antagonisten in der Waage gehalten wird. Fällt auch nur ein beteiligter Faktor aus dem Gleichgewicht, wird dieses sensible System gestört und der Mensch wird krank.
Die ganzheitliche Betrachtung von Gesundheit und ein ganzheitliches System zur Gesundung des Menschen, muss daher immer auf den Ausgleich – die Balance – des gesamten menschlichen Organismus ausgerichtet sein, um nicht als Folge einer „kurzsichtigen“ Therapie neue Leiden oder Krankheiten zu erzeugen!

Gesundheit ist der Ausgleich des gesamten Organismus auf psychischer und physischer Ebene!

Zusammen versuchen Patient und Therapeut auf diesem ganzheitlichen Weg der Heilkunde, Dysbalancen zu beseitigen und die natürliche Balance wieder herzustellen.

Tim Theuerkorn