Rückenschule (nach Theuerkorn)

Häufig läutet der Rat eines Orthopäden: „Machen Sie Sport!“ oder „Sie müssen die Rückenmuskulatur kräftigen!“
Aber was ist damit gemeint? Und wie stärke ich meinen Rücken richtig? Besser noch: wie stabilisiere ich die Wirbelsäule richtig, ohne das Beschwerden verstärkt, sondern gelindert werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass, egal welche Beschwerden vorliegen, in einem klassischen Fitnessstudio die Trainingskonzepte für ihren Rücken in der Regel immer gleich aussehen.
Ohne die tatsächlichen Pathomechanismen von Bandscheibenvorfällen, Hohlkreuz oder Rundrücken zu berücksichtigen, werden Trainingspläne erstellt. Häufig endet diese Vorgehensweise in einer Zunahme der ursprünglichen Beschwerden.
Wer hat wirklich begriffen, dass ein verspannter Nacken nicht gekräftigt, sondern eben entspannt werden muss, bevor überhaupt an eine Kräftigung gedacht werden kann?
Welcher Muskel, welche Muskelgruppen sind tatsächlich zu schwach und welche zu stark? Hier handelt es sich um Fragen, die nicht pauschal beantwortet werden können, sondern die sich aus einer ausführlichen Anamnese und Betrachtung der tatsächlichen Symptomatiken ergeben. Und die resultierenden Feststellungen sind häufig individuell unterschiedlich und allzu oft widersprüchlich zu den standardisierten Trainingskonzepten der meisten Trainingseinrichtungen.

Um Rückengerecht und vor allem individuell angepasst zu trainieren, benötigen Sie eine fachgerechte Anleitung, die Sie selbst in vielen Gesundheitseinrichtungen aus Zeitdruck oder wegen fehlender fachlicher Qualifikation, nicht bekommen werden.

Bei unserer Rückenschule steht die Haltungskorrektur an erster Stelle, danach müssen individuelle Symptome trainingstherapeutisch korrigiert werden und zuletzt werden dann Muskeln gekräftigt.
Ein ganzheitliches Bewegungskonzept besteht aus der Vermittlung natürlicher Bewegungsabläufe auf der Basis biomechanischer Tatsachen, Mobilisation der Gelenke und des aktiven Bewegungsapperates sowie Kräftigung notwendiger Muskulatur.

Eine Rückenschule muss drei Kriterien erfüllen, damit Sie sich von herkömmlichen Gymnastik-Konzepten unterscheidet:

– Eine Rückenschule dient der Schulung der eigenen Wahrnehmung und damit Feststellung von Fehlhaltungen, Fehlbelastungen und Leistungsdefiziten des eigenen Körpers.

Darüber hinaus soll die Rückenschule natürlich Alternativen zu solchem, nicht angeborenem Fehlverhalten, das zu Problemen in der Wirbelsäule und den Extremitäten führte oder führen kann, bieten. Somit dient Sie der Schulung der Haltung und Verbesserung des eigenen Wohlempfindens.

– Letztendlich soll die Rückenschule die Leistungsfähigkeit der Muskeln, durch gezielte Kräftigungs- und Mobilisationsübungen erhalten oder verbessern, damit diese ihrer Aufgabe als Stützapparat des Knochenskeletts übernehmen können.

Nur so kann die Gesundheit des Bewegungsapperates langfristig gewährleistet werden und nur so wird Lebensqualität erhalten oder Verbessert.

Die Zusammenhänge zwischen organischen Leiden und Störungen des Bewegungsapparates durch Fehlstellungen, bzw. Blockaden von Gelenken, besonders der Wirbelsäule, werden wissenschaftlich nach wie vor diskutiert aber nicht anerkannt. Die Praxiserfahrungen hingegen haben schon lange gezeigt, dass zum einen Sport das Wohlbefinden besonders auf psychischer Ebene steigert. Zum anderen kann viel häufiger noch eine Regulation von Beschwerden, die über den Bewegungsapparat hinaus gehen, beobachtet werden, wenn auf einen Haltungsfehler sportlich oder therapeutisch eingewirkt wird.
So kann einer Einengung von Organen des Thorax bei verstärktem Rundrücken (Kyphose) durch Aufrichtung der Wirbelsäule entgegen gewirkt werden. Dies kann die Funktion von Lunge und Herz günstig beeinflussen.
Immer wieder blockierte Halswirbel können das Nervengeflecht des Arm-Schulter-Bereichs irritieren und neben Schmerzen auch hier eine Einschränkung der Funktionalität hervorrufen, die sich in Taubheit der Finger oder Lähmung eines Arms äußern kann.
Nicht jeder kribbelnde Finger muss ein Bandscheibenvorfall sein. Nach entsprechender ärztlicher Abklärung kann es genügen, verspannte Muskulatur durch Gymnastik zu lockern und zu mobilisieren.
Zusammenhänge können in der praktischen Anwendung zeitweise recht deutlich erkannt werden, wenn sich bestimmte Beschwerden regulieren, nachdem ein gesundheitsorientiertes Sportkonzept begonnen und konsequent durchgeführt wurde.
Hierzu reichen in der Regel mehrmals wöchentlich 20 Minuten aus, um einen Anfang zu machen.
Stundenlanges Training in überfüllten Fitnessstudios, welche, zugegeben heute günstig, aber nicht zwangsläufig auch gesundheitsfördernd sind, muss nicht als Standard festgelegt werden. Jeder Gymnast sollte sein eigenes, gesundes Pensum finden, damit wirkliches Wohlbefinden erreicht werden kann.

Viel zu häufig artikulieren sich psychosomatische Prozesse in Rückenbeschwerden, die besonders in unserer schnelllebigen, hecktischen Gesellschaft im Stress oder sogar Burnout ihre Ursache finden. Nicht selten empfinden Menschen mit Rückenbeschwerden im unteren Rücken das Leben selbst als eine Last, sie haben „ihr Kreuz zu tragen“, wohin gegen Menschen mit Beschwerden im Brustwirbelbereich mehr von Groll, Wut oder Zorn erfüllt sein können, bis ihnen sprichwörtlich „die Luft weg bleibt“. Die Halswirbelsymptomatik, das „HWS-Syndrom“ äußert sich hingegen öfter bei ängstlichen und zurückhaltenden Menschen, die eher dazu neigen, sich vor Ärger oder Stress „weg zu ducken“ um dem „Schlag in den Nacken“ aus dem Weg zu gehen. „Druck von oben“ ist häufig ein wichtiges Problem, dass aufgelöst werden sollte.
Was bringt es also, sich im Fitnessstudio noch mehr Stress und Unruhe auszusetzen? Wer unter Stresssyndromen leidet, sollte dies bei seiner sportlichen Aktivität berücksichtigen und einen Sport betreiben, der vor allem Bewegt und entspannt, und dann erst den Muskel stärkt.

Eine ganzheitliche Rückenschule muss solche Mechanismen erkennen und, wenn möglich versuchen im Training entgegen zu steuern. Eine Rückenschule sollte daher immer auch den Stressfaktor und die Rolle der Psychosomatik berücksichtigen.

Aus rechtlichen Gründen muss ich natürlich darauf hinweisen, dass die hier geschilderten Erkenntnisse keine wissenschaftlich fundierten Aussagen vertreten, und darüber hinaus hier kein Heilungsversprechen von mir gemacht wird.

Tim Theuerkorn

Medizinische Laien-Auskünfte

Medizinische Laien-Auskünfte und Therapien oder andere Tätigkeiten zur Feststellung, Linderung oder Heilung von Körperschäden, Leiden oder Krankheiten finden aufgrund des Zustandes des deutschen Gesundheitssystems unter den Schlagwörtern „Prävention“, „Gesundheitsvorsorge“ oder einfach „Gesundheitsbewusstsein“ derzeit regen Absatz!

Bitte beachten Sie in ihrem eigenen Interesse, dass solche vorgenommenen Tätigkeiten in Deutschland gesetzlich den Heilberufen vorbehalten sind.
Wenn Sie sich beraten lassen, fragen Sie vorab IMMER nach einer entsprechenden Qualifikation! Hier gilt es bei der Diagnosestellung ebenso den Heilberuf vom Heilhilfsberuf zu unterscheiden!
Sollte eine entsprechende Qualifikation gemäß der Titelführungspflicht der Heilberufe nicht ersichtlich sein, lassen Sie besser die Finger davon …
Beachten Sie bitte auch, dass schon die Erteilung eines medizinischen Rates mit dem Vermerk „Hier von bitte 3x tägl.!“ Oder „Reiben Sie sich mal hiermit ein!“ gegen entsprechende Gesetzgebung verstößt und Sie nicht mehr beraten sondern therapiert werden, wofür eine schlüssige und i.d.R. zeitlich umfangreiche Anamnese und Diagnose erforderlich ist.
Zuletzt ist jeder gemessene Blutdruck, Puls, Körperfett oder die Auswertung eines Blutbildes mit einer Diagnose verflochten, soll weiter ein medizinischer oder gesundheitlicher Rat erfolgen.
Letztlich auch die Erstellung eines Diätplanes in Verbindung mit einer Grunderkrankung (hierzu zählt auch das Wohlstandssyndrom und Adipositas) haben therapeutischen Charakter und sollten qualifizierten Berufen vorbehalten sein.
Ein gut gemeinter Rat zum Schluss:

Eine telefonische oder via Internet vorgenommene Auswertung von medizinischen Daten (z.B. Blutbild) ist unseriös wenn nicht von einem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker vorgenommen, der die komplette gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten überschauen kann!
Nicht zuletzt geben Sie ihre persönlichen, vertraulich zu behandelnden medizinischen Daten an Dritte, womöglich Unbekannte weiter.
In der Naturheilkunde hat der behandelnde Therapeut als Individuum wesentlichen Einfluss auf den Heilungsprozess des Patienten, wodurch ein persönliches Verhältnis zwischen Beiden –Heiler und Patient- von unschätzbarem Wert und anzustreben ist, was durch eine ausschließlich telefonische oder andere, mediale und unpersönliche Beratung weitgehend unmöglich wird!

Tim Theuerkorn