Impingement-Syndrom der Schulter

Subacromidiale Enge im Schultergelenk. Es resultieren häufig Schleimbeutel- und Sehnenentzündungen mit Schmerzhafter seitlicher Armhebung (Abduktion). Im fortgeschrittenen Stadium auch Schädigung der Supraspinatussehne durch Aufreibung und Verkalkung eines chronisch entzündeten Sehnenapparates.

Es ergibt sich folglich ein, im fortgeschrittenen Stadium häufig dauerhaftes Schmerzsyndrom der Schulter, welches auch in Ruhe, besonders in Seitlage und bei alltäglichen Tätigkeiten, zur erheblichen Last wird. Sehnen und Schleimbeutel neigen bei andauernder Fehlbelastung zur chronischen Entzündung.

Ursachen
Häufiges Überkopfarbeiten und Überbelastung der Schulter-Nackenmuskulatur, besonders der Rotatorenmanschette und des M. Trapezius,  durch einseitige Tätigkeiten, führt zur Kontraktur und Verspannung derselben Muskulatur. In der Regel finden wir beim Impingement-Syndrom ausgesprochen Schmerzhafte Myogelosen (Verspannungsknötchen) des Nackenmuskels M. Trapezius. Resultat ist eine Veränderung der Statik der Hals-Nackenmuskulatur, mit entstehender Zugwirkung der Muskulatur Richtung Kopf (nach kranial). Da diesem Impuls auch Schulter- und Armmuskeln folgen müssen, kommt es zu einer Veränderung der Lage des Oberarmkopfes (Caput humeri) im Schultergelenk, mit Verengung des Schulterspaltes unter dem Schulterdach (Acromion). Der Oberarmknochen wird durch die Zugwirkung der verkürzten Muskulatur quasi „angehoben“ und strebt gegen das Schulterdach. Hier kommt es dann zur schmerzhaften Bewegungseinschränkung und häufig zum Entstehen einer Arthrose und Entzündungen durch wiederholtes Reiben des Oberarmknochens am Schulterdach. Der Schleimbeutel, der direkt unter dem Acromion die Bewegung des Oberarmknochens „puffert“, neigt zur chronischen Entzündung  (Bursitis) durch zu starke Reibung und Druck.

Die Situation der Schulter-Nackenmuskulatur kann darüber hinaus durch Fehlstellungen, Fehlbildungen und Verschleiß der Wirbelsäule ungünstig beeinflusst werden. Vor allem im Bereich des 5. Halswirbels bis 2. Brustwirbels, kommt es bei Fehlstellungen der Wirbelkörper zu resultierenden Fehlstellungen und Fehlspannungen der angebundenen Muskulatur, hier vor allem der Schulter-, Nacken- und Schulterblattmuskulatur.

Schulmedizin
In der Schulmedizin wird bei entstehenden Entzündungsgeschehen der Sehnen und Schleimbeutel vor allem mit entzündungshemmenden Medikamenten, besonders Cortison behandelt. Daneben wird versucht mit Physiotherapie und manueller Therapie das Gelenk zu mobilisieren und zu entlasten. Auch Muskelaufbau und Verbesserung der Koordination gehören zum Behandlungskonzept.

Schlagen diese Therapiekonzepte nicht an, sind aus Sicht der Schulmediziner viel zu häufig operative Eingriffe an der Schulter notwendig. Sowohl bei der arthroskopischen Operation als auch bei der offenen Operation werden Teile des Gelenks entfernt, um Beweglichkeit wieder herzustellen. Was weg ist, kann ja nicht mehr stören …

Das hält den Prozess der  progressiven Dysbalance der Schulter-Nackenmuskulatur allerdings nicht auf.

Alternative Behandlungskonzepte

Muskelentspannung
Bei den alternativen Behandlungskonzepten steht vor allem die Entspannung (Detonisierung) der Muskulatur und eine Repositionierung der Gelenke wie Schulter, Ellbogen und Wirbelsäule im Vordergrund. Ein operativer Eingriff war, aus den Erfahrungen in der Praxis Theuerkorn, bislang in keinem Fall notwendig. Selbst dann nicht, wenn Orthopäden dem Patienten bereits zu diesem Schritt geraten hatten.

Die Behandlungsdauer schwankt bei diesem Problem zwischen 3-6 Sitzungen. Es ist durchaus möglich, dass andere Fälle eine längere Behandlungsdauer erfordern. In den  ersten zwei Sitzungen wird vor allem chiropraktisch das Skelett behandelt und mit Hilfe der Ohrakupunktur und Tape-Anlagen versucht, die Muskulatur, welche das Schultergelenk beeinflusst, zu regulieren. Ein besonderes Augenmerk gilt der (Akupressur)Massage, welche bei jeder Sitzung erhebliche Bewegungsverbesserung der Halswirbelsäule und Reduktion der Spannungsknoten  (Myogelosen) der Nackenmuskulatur bringt.

Im Übrigen darf eine Beckenfehlstellung bei der Behandlung des Impingement-Syndroms nicht übersehen werden. Leider denkt kaum ein Schulmediziner (ganzheitlich) von einer Schulter bis zu den Beckengelenken.

In den folgenden Sitzungen tritt die Chiropraktik in den Hintergrund und es werden manuelle Methoden zur Entspannung der Muskulatur wiederholt. Je nach Ursache (Psychosomatisch: Stress?) kommt hier auch wieder der Ohrakupunktur eine wesentliche Bedeutung zu. Fehlen kann sie hingegen bei keiner Therapiesitzung. In der Abschlusssitzung wird ein letztes Mal die Wirbelsäule und Schultern auf Fehlstellungen hin untersucht, und ggf. korrigiert. In manchen Fällen kann eine weitere Versorgung mit entspannenden Schulter-Nacken-Tapes in regelmäßigen Abständen sinnvoll sein. Die Patienten empfinden gerade hier die Tape-Anlagen als sehr wohltuend und verleihen ihnen dauerhafte Sicherheit.

Muskelaufbau?
Muskelaufbau der Schultermuskulatur, hier der Schulter-Nacken-Muskulatur, wird ausdrücklich vermieden, da mit dem Muskelaufbau gleichzeitig eine erneute Erhöhung der Muskelspannung (Hypertonus) im Bereich der Schulter und des Nackens erreicht wird, die dem Problem kontraproduktiv entgegen steht. Lediglich die Kräftigung des unteren Nackenmuskelanteils (M. Trapezius, pars ascendes), zur Entlastung des oberen Nackenmuskelanteils (M. Trapezius, pars descendes) und des Schulterblatthebers (M. Levator scapulae), wird als Gymnastikübung in das Therapiekonzept integriert.

Behandlungsdauer
Geht die Schulmedizin von der Notwendigkeit langanhaltender Behandlungsserien aus, habe ich in der Praxis die Erfahrung gemacht, dass nach Wiedervorlage der Fälle im Abstand von erst 3, dann 6 Monaten jeweils eine chiropraktische Kontrollbehandlung und weitere Behandlung der Region der Halswirbelsäule notwendig ist, ohne das sich bis dahin Beschwerden wieder deutlich verschlimmerten. Daher erfolgt dann wiederum die Empfehlung, alle 6 Monate zur Kontrolle vorstellig zu werden, um ein Neuentstehen der Schmerzproblematik zu verhindern. In manchen Fällen wird mit Ohrakupunktur kombiniert.

Erweisen sich Fälle hartnäckiger als gewohnt, wird der Säurestatus des Patienten untersucht, um ggf. mögliche Ursachen durch eine Übersäuerung der Muskulatur erklären zu können. Fällt die Testung positiv aus, wird mit einer isopathischen und biochemischen Behandlung begonnen. Zur Entsäuerung der Muskulatur werden Bikarbonate, Magnesium phosphoricum und Zitronen- oder Armeisensäure oral substituiert. Auch die subkutane oder intramuskuläre Injektion von Zitronen- oder Armeisensäure kann u.U. hilfreich sein, wird allerdings in der Praxis Theuerkorn als Behandlungsmethode nicht praktiziert.

Wenn ein generalisiert hoher Muskeltonus beim Patienten festgestellt wird, kann diese Vorgehensweise angezeigt sein. Die Behandlung mit Isopathika und Bikarbonaten muss allerdings mindesten 3-6 Monate durchgeführt werden. Eine Kontrolluntersuchung sollten dann mindestens alle 6 Monate erfolgen, wenn nicht sogar alle 3 Monate.

Berücksichtigt werden muss auch eine eventuelle medikamentöse Therapie, welche den Muskeltonus negativ beeinflusst. So neigen vor allem Schilddrüsenmedikamente (Thyroxin, L-Thyroxin), ASS und Betablocker dazu, den Muskel zu übersäuern, zu Verspannen und den gesamten Muskeltonus des Patienten zu erhöhen, mit dem Resultat chronischer Verspannungen und Muskelverhärtungen. Solche Medikationen sind ggf. notwendig und können nicht ohne weiteres abgesetzt werden. Nicht zuletzt der wahllose Gebrauch von Kalzium bei vermeindlichen Osteoporosepatienten kann zu Muskelverhärtungen führen[1]. Diese Substitution ist allerdings häufig unsinnig.

Die hier gemachten Aussagen vertreten keinen wissenschaftlich anerkannten Standpunkt. Die hier gemachten Aussagen können und wollen eine möglicherweise notwendige therapeutische Behandlung nicht ersetzen. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte immer Rat bei einem Arzt oder Heilpraktiker.

Aus rechtlichen Gründen weise ich besonders darauf hin, dass bei keiner der aufgeführten Therapien der Eindruck erweckt werden soll, dass hier ein Heilungsversprechen meinerseits zugrunde liegt bzw. Linderung oder Verbesserung einer Erkrankung garantiert oder versprochen wird.


[1] Dies führt dazu, dass die älteren Semester unsere Mitbürger dazu neigen, vor dem Schlafengehen Magnesium gegen nächtliche Wadenkrämpfe einzunehmen. Magnesium ist ein Antagonist („Gegenspieler“) von Kalzium, der die Wirkung des Kalziums aufhebt. Wenn Patienten nach der regelmäßigen Gabe von Kalzium dazu neigen, nächtliche Wadenkrämpfe zu bekommen, bedeutet das, dass es zu einem Kalziumüberschuss im Muskel kommt, da das Kalzium offensichtlich nicht im Knochen ankommt, für den es jedoch bestimmt war. Die Notwendigkeit der Kalziumgabe ist daher fraglich. Grundsätzlich neigt Kalzium dazu, zu verhärten. Im Knochen soll es das, im Muskel nicht. Es sollte abgeklärt werden, warum Kalzium im Knochen ungenügend eingebaut wird. Bewegungsmangel ist eine zu leichte Erklärung. Darmdysbiosen können zu einem Mangel an Kalzium führen. Allerdings ist die Kalziumgabe dann sinnlos und macht ggf. Nierensteine. Schilddrüsenfehlfunktionen können hingegen den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen, wodurch entweder zu viel Kalzium aus dem Knochen geholt wird, oder wiederum zu wenig im Knochen ankommt. In jedem Fall wäre auch dann eine Kalziumgabe unsinnig, da der Knochen es nicht aufnimmt, oder es im Muskel als weiterer Kalziumspeicher eingelagert wird.  Ich gehe davon aus, dass die Pharmalobby sich einen Absatzmarkt für Kalzium geschaffen hat, indem es den unsinnigen Gebrauch von Kalzium empfiehlt, wenn es zur physiologischen Abweichungen der Knochenstruktur im Zusammenhang mit dem Alter des Patienten kommt.

Migräne – naturheilkundliche Behandlung

Unter Migräne versteht man einen anfallsartigen, häufig pulsierenden Kopfschmerz, der einseitig oder beidseitig auftreten kann. Als Ursache wird häufig eine aseptische (nicht infektiöse) Entzündung der Hirnhäute, vor allem der Dura mater angenommen. Neurologische Störungen kommen ebenso in Frage.

So die Schulmedizin.

Migräne kann, nach den Erfahrungen des  Praxisalltages, verschiedene Ursachen haben.
Zu den häufigsten, in der Naturheilpraxis Theuerkorn behandelten Migräne-Form, gehört vor allem die Migräne, welche durch HWS-Syndrom, exzessive Verspannungen der Schulter Nackenmuskulatur und eher selten Verlagerungen von Bandscheibenmaterial ausgelöst wird. Dass es dabei durch eine Irritation von Nerven zu einer Minderversorgung bestimmter Areale und damit gleichzeitig zu einem Immundefizit und einer Entzündungsbereitschaft oder auch zu einer aseptischen Entzündungsreaktion von Hirnhäuten und Blutgefäßen kommt, halte ich an dieser Stelle nicht für ausgeschlossen.

Weitere Ursachen für Migräne oder starke, chronische Kopfschmerzen können hormonelle Umstellungen, Stress, anhaltende Medikamenten-Therapie, als auch falsche Ernährung und Flüssigkeits- und Sauerstoffmangel unterschiedlicher Entstehung sein. Hier nur die häufigsten Ursachen.

Eine weitere Möglichkeit ist das nur wenig bekannte und wissenschaftlich nicht anerkannte Kiss-Syndrom, welches fast nur bei Kleinst- und Kleinkindern diagnostisch Festgestellt wird. Bei Erwachsenen, welche ihr kindliches Kiss-Syndrom chronisch verschleppt haben, kommt es im Laufe der Jahre häufig zu chronischen Kieferbeschwerden, HWS, BWS und LWS-Beschwerden, Skoliosen und chronischen Beckengelenksproblematiken. Auch im neurologischen und psychischen Bereich kann das Kiss – Syndrom Folgen haben: hier finden wir Missempfindungen, vor allem im Kopfbereich, chronische Kopfschmerzen und Migräne ab dem Jugendlichenalter. Auch ADS /ADHS als Folge von Skelett-Fehlstellungen wird im Rahmen alternativer und komplementärer Medizin diskutiert.

Die Schulmedizin greift aus Verzweiflung immer häufiger zu Antiepileptika, um dem Problem der anhaltenden Kopfschmerzen Herr zu werden. Selbst Jugendliche werden dann vom Neurologen mit einem Rezept für Neuroleptika mit schwersten Nebenwirkungen „austherapiert“.

Bei der Untersuchung von Migräne-Patienten wurde bislang in der Naturheilpraxis Theuerkorn fast immer eine HWS-Problematik, ausgelöst durch Skoliosen, Schleudertraumen und wiederkehrenden Kopfgelenksblockaden, festgestellt. Dies führte dann immer zur Wahl der geeigneten Behandlungsmethoden: Akupunktur und wenn möglich, chiropraktische Behandlungen der Wirbelsäule und besonders der Becken- und Kopfgelenke.

So sind folgende Arbeitsschritte fast immer ähnlich, wenn auch natürlich die Ergebnisse der Untersuchung immer unterschiedlich ausfallen und somit unterschiedliche Verfahrensweisen erfordern:

 

Mobilisation und Detonisation (Entspannung) / Taping

Feststellung von Blockaden der Wirbelsäule, ggf. in manchen Fällen auch der Schultern. Hier ist an ein Schulter-Arm-Syndrom oder Impingement-Syndrom zu denken. Resultierende Myogelosen / Verspannungen werden erkannt und vor Beginn der chiropraktischen Behandlung mit Massagen oder Akupressur behandelt. Durch Fehlstellung bedingte Muskelkontrakturen werden ggf. vor Beginn der Deblockierung mobilisiert. In seltenen Fällen, bei extrem hohem Muskeltonus werden vor einer chiropraktischen Behandlung Akupunktur-Behandlungen durchgeführt um den Muskeltonus herab zu setzen und somit a) den Eingriff zu erleichtern und für den Patienten stressfreier zu machen, b) die notwendige Anzahl chiropraktischer Behandlungen zu reduzieren. Danach können, wenn vom Patienten gewünscht, detonisierende Tapes zur nachhaltigen Muskelentspannung angelegt werden.

 

Chiropraktik

Erst jetzt werden die in der Eingangsuntersuchung festgestellten Blockaden repositioniert: Becken / Lendenwirbelsäule, dann Brustwirbelsäule zuletzt und nur wenn möglich: Halswirbelsäule. Der Becken- und Kopfgelenksregion kommen hierbei besondere Aufmerksamkeit zu: häufig wird der 2. Halswirbel in dieselbe Richtung als verdreht palpiert, auf welcher man zuvor bereits eine scheinbare Beinverlängerung festgestellt hat. Hier macht sich eine ganzheitliche Betrachtungsweise bezahlt, wenn man folglich alle Wirbelsäulenabschnitte behandelt und somit für Nachhaltigkeit sorgt. Denn Beckengelenks- und Kopfgelenksblockaden gehen i.d.R. Hand in Hand.

 

Akupunktur / Ohrakupunktur

Zuletzt erfolgt die Akupunktur-Behandlung. In der Praxis Theuerkorn ausschließlich mit Ohrakupunktur . Als schnelle und wirkungsvolle Reflexzonentherapie eignet sie sich, um zum einen auf die möglichen muskulären Folgereaktionen der chiropraktischen Behandlung Einfluss zu nehmen, vor allem aber kann sie sowohl auf organischer, psychischer und lokal / physischer Ebene Einfluss auf das Kopfschmerz- und Spannungsgeschehen nehmen. Tatsächlich ist es in ca. 70% der Fälle von Migränebehandlungen ohne chiropraktische oder manuelle Eingriffe, also mit reinen Akupunkturbehandlungen, zu Erstverschlimmerungen in Form von leichten bis mittleren Kopfschmerzanfällen gekommen. Diese bleiben dann aber immer nach der 2. Behandlung aus. Es ist wichtig, den Patient auf diesen Umstand hinzuweisen, damit er vor allem darauf vorbereitet ist und die Therapie nicht abbricht. Erstbehandlungen bei Migräne werden in der Praxis Theuerkorn seit einiger Zeit meist vor dem Wochenende durchgeführt, damit der Patient schon möglichst entspannt in die erste Sitzung kommen kann, und sich nicht den Kopf zerbricht, ob er die nächsten 2 Tage krankfeiern muss.

Die Häufigkeit der nichtbehandelten Migräneanfälle schwankt laut Angaben der Patienten von „jeden Donnerstag“, „alle 2 Wochen“ bis  „1x im Quartal“. Die Häufigkeit der behandelten Migräneanfälle konnte dabei positiv beeinflusst werden in Form von 3 Anfällen pro Jahr bis zum vollständigen Ausbleiben der Migräneanfälle.

Die Behandlunsgdauer wird immer auf 6 Einheiten angesetzt, wobei sie oft auf 4-5 Sitzungen verkürzt werden kann.

Zur Akupunktur sei angemerkt, dass sie bei der Migräne-Therapie die eigentliche Behandlungsmethode darstellt. Nicht selten kommen Patienten in die Praxis, die nicht chiropraktisch behandelt werden möchten. In diesem Fall wird die Akupunkturbehandlung aufwendiger und es ist dem Patienten zum empfehlen, sich weiter in osteopathische oder physiotherapeutische Behandlung zu begeben, solange die Blockaden durch die Akupunktur nicht behoben werden können.
Auch dies ist meines Erachtens möglich, wenn auch schwierig. Da insbesondere die Patienten mit Bandscheibenvorfällen und HWS-Syndrom schonend behandelt werden sollten, wird nicht selten auf die chiropraktische Behandlung der Halswirbelsäule verzichtet. Nach einigen Sitzungen kann man dann trotzdem feststellen, dass sich die Position der Halswirbel und der Tonus der betreffenden Muskulatur positiv verändern. Allerdings wird bei der Akupunktur mehr Geduld aufzubringen sein.

Die Nadeln werden in alle Segmente des Ohres  appliziert und beschränken sich dabei wiederum auf die virulentesten Punkte. Besonderer Bedeutung kommt bei der Migränebehandlung offensichtlich dem Nierenareal und gewissen Entzündungsparametern zu, welche wiederum die Theorie einer Entzündungsreaktion stützen. Ebenso werden vor allem „Entspannungspunkte“ oder spezielle „Meisterpunkte“ im Ohr genadelt, welche eine stark ausleitende, regulierende und somit ebenso entspannende Wirkung entfalten.

 

Psychosomatik

Psychosomatische Ursachen dürfen auch bei der Migräne und den Spannungskopfschmerzen nicht außer Acht gelassen werden.

Wenn wir es mit einer Spannungs-Migräne zu tun haben, und die muskulären Ursachen auf der Hand liegen, ist der nächste Schritt die Frage nach dem „Warum“. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Muskelspannungen durch Repositionierung von Gelenken begünstigt und idealer Weise reduziert werden können. Dennoch stellt sich die Frage, warum sich diese Spannungen immer wieder aufbauen, warum es immer wieder zu Blockaden der Gelenke und Muskulatur kommt.
Natürlich müssen an dieser Stelle vorerst weitere Ursachen ausgeschlossen werden: Falsche Matratze, Fehlhaltungen im Alltag, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Fehlregulationen von organischen Erkrankungen wie z.B. der  Schilddrüse. Egal, wie die Suche nach der Ursache endet, die Frage nach dem psychischen Faktor muss letzten Endes doch gestellt werden.

Das Sprichwort: „Du hast die Angst im Nacken“ hat viel Wahres, wenn man an diesem Punkt beim Patienten „nachbohrt“ und häufig erfährt, das Nackenbeschwerden und damit auch Kopfschmerzen oder letzten Endes Migräne häufig durch Stresssituationen ausgelöst oder verschlimmert werden. Und wieder können wir hier feststellen, dass der Stress  unterschiedliche Qualitäten hat. Daher finden wir im HWS-Bereich häufig Stresssyndrome, die mit Druck (Arbeit, Beziehungspartner) zu tun haben. Das „buckeln“ und „den Kopf einziehen“ um nicht „den Kopf hinhalten zu müssen“ ist ein typisches Symptom.  Vergleichen wir den „HWS-Typen“ (Halswirbelsäule)mit den anderen: Der „LWS-Typ“ (Lendenwirbelsäule) ist mehr das Arbeitstier, dass sich ständig überlastet und „sein Kreuz zu tragen“ hat. Er lastet sich mehr auf, als gut für ihn ist, und die Last des Alltages wird schnell zur Belastung. Dem „BWS-Typ (Brustwirbelsäule) hat etwas von beidem: er überlastet sich, und er muss Druck von oben stand halten. Aber er neigt dazu, diese Problematiken in Groll und Wut umzuschlagen. Dass schlägt ihm dann häufig auf den Magen und den Brustkorb. Ihm „bleibt vor Wut die Luft weg“. Diese körperlichen Beschwerden hängen dann wiederum häufig mit Blockaden der Brustwirbel zusammen.

Der Nackenpatient neigt dazu, die Schulter hoch zu ziehen. Ob er nun friert, und sich duckt, oder ob er in eine Schutzhaltung geht, um dem, was von Oben kommt, stand halten zu können: jedes Mal wird der Nackenmuskel überbelastet und baut so ständig mehr Spannung auf, die sich irgendwann auf die Wirbelsäule überträgt. Hier kann mit Akupunktur zur muskulären und psychischen Entspannung entgegen gewirkt werden. Vor allem sollten dann aber die Verhaltensmuster des Patienten hinterfragt und, wenn notwendig, behandelt  werden.

 

Festzuhalten ist, dass mit einer Kombination aus manueller Therapie, Muskelentspannung und Stressreduktion bei Kopfschmerz- und Migränepatienten häufig der erste Schritt zur Genesung oder zumindest zu einer erheblichen Linderung der Beschwerden bedeuten kann. Die neue Vorgehensweise von Neurologen oder Orthopäden, neben Musklerelaxantien schwerste Antidepressiva oder Neuroleptika zu verordnen, kann nur in schweren Fällen der letzte Ausweg sein. Und er darf vor allem nicht bei jüngeren Patienten das Schlusswort bedeuten. Gerade bei den jungen Menschen haben wir es allzu oft mit den Nebenwirkung hormoneller Umstellungen und den emotionalen Belastungen des „Erwachsenwerdens“ zu tun, was dem Adepten dann Kopfzerbrechen bereitet. Jede psychische Spannung schlägt sich irgendwann auf den Organismus nieder.

Die hier gemachten Aussagen vertreten keinen wissenschaftlich anerkannten Standpunkt. Die hier gemachten Aussagen können und wollen eine möglicherweise notwendige therapeutische Behandlung nicht ersetzen. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte immer Rat bei einem Arzt oder Heilpraktiker.
Aus rechtlichen Gründen weise ich besonders darauf hin, dass bei keiner der aufgeführten Therapien der Eindruck erweckt wird, dass hier ein Heilungsversprechen meinerseits zugrunde liegt bzw. Linderung oder Verbesserung einer Erkrankung garantiert oder versprochen wird.

Aktualisierte Praxisbroschüre

Die Broschüre der Praxis Theuerkorn wurde überarbeitet und kann hier heruntergeladen oder eingesehen werden:

Broschüre Praxis 6-2013

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