Neu in der Praxis: Infrarot-Wärmetherapie

2014-01-06 12.43.46Die Infrarot-Wärmetherapie wird eingesetzt, um vor manuellen Behandlungen wie Massagen oder chiropraktischen Behandlungen die Muskulatur entsprechend zu lockern und einen Eingriff zu erleichtern.

Sie dient vor allem dem Zweck, Verspannungen zu lösen und den lokalen Stoffwechsel zu aktivieren um langfristig Linderung in einem Schmerzbereich zu bringen. Darüber hinaus wird die Infrarot – Wärmetherapie in Kombination mit Akupunktur vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapperates angewandt.

Die Wärme wird vom Patienten in der Regel als angenehm empfunden und kann daher auch zur reinen Entspannung bei Stresszuständen genutzt werden. Die dabei erreichte leichte Erhöhung der Körpertemperatur fördert die Durchblutung der Haut und Muskeln was wiederum zu einem Anstieg von Sauerstoff und Nährstoffen, zur Heilung und Regeneration der bestrahlten Region führt. Gleichsam werden durch erhöhte Aktivität des Stoffwechsels Kohlendioxid und Stoffwechselendprodukte abtransportiert und das Bindegewebe wird entgiftet, was u.a. eine Tonussenkung (Entspannung) der Muskulatur zur Folge hat.

 

Indikationen:

Chronische und akute Muskelschmerzen2014-01-09 11.34.06
Rückenschmerzen
Arthrose
Migräne
Durchblutungsstörungen
Verstauchungen
Hämatome
Vorbereitung auf Massagen und chiropraktische Behandlungen
Chronische Entzündungen (nicht im akuten entzündlichen Schub)
rheumatische Beschwerden
Fibromyalgie
chronische und akute Verspannungen
Bronchitis, Sinusitis
Sklerodermie
Morbus Sudeck
Schmerztherapie
Allergien
dermatologischen Erkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis.

Rotlichtwärme fördert den lokalen Stoffwechsel und kann daher zur Entlastung und Entgiftung übersäuerter Muskulatur beitragen.

 

Kontraindikationen

Akute Entzündungen
Akute Rheumatische entzündliche Schübe
Herzerkrankungen
Koagulopathien und Thrombosen
Schwerer Diabetes Mellitus
Niereninsuffizienz
hämolytische Anämie

(Die Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Medizinische Indikationen / Kontraindikationen werden vor Behandlungsbeginn abgeklärt.)

 

Therapieangebot

Migräne – naturheilkundliche Behandlung

Unter Migräne versteht man einen anfallsartigen, häufig pulsierenden Kopfschmerz, der einseitig oder beidseitig auftreten kann. Als Ursache wird häufig eine aseptische (nicht infektiöse) Entzündung der Hirnhäute, vor allem der Dura mater angenommen. Neurologische Störungen kommen ebenso in Frage.

So die Schulmedizin.

Migräne kann, nach den Erfahrungen des  Praxisalltages, verschiedene Ursachen haben.
Zu den häufigsten, in der Naturheilpraxis Theuerkorn behandelten Migräne-Form, gehört vor allem die Migräne, welche durch HWS-Syndrom, exzessive Verspannungen der Schulter Nackenmuskulatur und eher selten Verlagerungen von Bandscheibenmaterial ausgelöst wird. Dass es dabei durch eine Irritation von Nerven zu einer Minderversorgung bestimmter Areale und damit gleichzeitig zu einem Immundefizit und einer Entzündungsbereitschaft oder auch zu einer aseptischen Entzündungsreaktion von Hirnhäuten und Blutgefäßen kommt, halte ich an dieser Stelle nicht für ausgeschlossen.

Weitere Ursachen für Migräne oder starke, chronische Kopfschmerzen können hormonelle Umstellungen, Stress, anhaltende Medikamenten-Therapie, als auch falsche Ernährung und Flüssigkeits- und Sauerstoffmangel unterschiedlicher Entstehung sein. Hier nur die häufigsten Ursachen.

Eine weitere Möglichkeit ist das nur wenig bekannte und wissenschaftlich nicht anerkannte Kiss-Syndrom, welches fast nur bei Kleinst- und Kleinkindern diagnostisch Festgestellt wird. Bei Erwachsenen, welche ihr kindliches Kiss-Syndrom chronisch verschleppt haben, kommt es im Laufe der Jahre häufig zu chronischen Kieferbeschwerden, HWS, BWS und LWS-Beschwerden, Skoliosen und chronischen Beckengelenksproblematiken. Auch im neurologischen und psychischen Bereich kann das Kiss – Syndrom Folgen haben: hier finden wir Missempfindungen, vor allem im Kopfbereich, chronische Kopfschmerzen und Migräne ab dem Jugendlichenalter. Auch ADS /ADHS als Folge von Skelett-Fehlstellungen wird im Rahmen alternativer und komplementärer Medizin diskutiert.

Die Schulmedizin greift aus Verzweiflung immer häufiger zu Antiepileptika, um dem Problem der anhaltenden Kopfschmerzen Herr zu werden. Selbst Jugendliche werden dann vom Neurologen mit einem Rezept für Neuroleptika mit schwersten Nebenwirkungen „austherapiert“.

Bei der Untersuchung von Migräne-Patienten wurde bislang in der Naturheilpraxis Theuerkorn fast immer eine HWS-Problematik, ausgelöst durch Skoliosen, Schleudertraumen und wiederkehrenden Kopfgelenksblockaden, festgestellt. Dies führte dann immer zur Wahl der geeigneten Behandlungsmethoden: Akupunktur und wenn möglich, chiropraktische Behandlungen der Wirbelsäule und besonders der Becken- und Kopfgelenke.

So sind folgende Arbeitsschritte fast immer ähnlich, wenn auch natürlich die Ergebnisse der Untersuchung immer unterschiedlich ausfallen und somit unterschiedliche Verfahrensweisen erfordern:

 

Mobilisation und Detonisation (Entspannung) / Taping

Feststellung von Blockaden der Wirbelsäule, ggf. in manchen Fällen auch der Schultern. Hier ist an ein Schulter-Arm-Syndrom oder Impingement-Syndrom zu denken. Resultierende Myogelosen / Verspannungen werden erkannt und vor Beginn der chiropraktischen Behandlung mit Massagen oder Akupressur behandelt. Durch Fehlstellung bedingte Muskelkontrakturen werden ggf. vor Beginn der Deblockierung mobilisiert. In seltenen Fällen, bei extrem hohem Muskeltonus werden vor einer chiropraktischen Behandlung Akupunktur-Behandlungen durchgeführt um den Muskeltonus herab zu setzen und somit a) den Eingriff zu erleichtern und für den Patienten stressfreier zu machen, b) die notwendige Anzahl chiropraktischer Behandlungen zu reduzieren. Danach können, wenn vom Patienten gewünscht, detonisierende Tapes zur nachhaltigen Muskelentspannung angelegt werden.

 

Chiropraktik

Erst jetzt werden die in der Eingangsuntersuchung festgestellten Blockaden repositioniert: Becken / Lendenwirbelsäule, dann Brustwirbelsäule zuletzt und nur wenn möglich: Halswirbelsäule. Der Becken- und Kopfgelenksregion kommen hierbei besondere Aufmerksamkeit zu: häufig wird der 2. Halswirbel in dieselbe Richtung als verdreht palpiert, auf welcher man zuvor bereits eine scheinbare Beinverlängerung festgestellt hat. Hier macht sich eine ganzheitliche Betrachtungsweise bezahlt, wenn man folglich alle Wirbelsäulenabschnitte behandelt und somit für Nachhaltigkeit sorgt. Denn Beckengelenks- und Kopfgelenksblockaden gehen i.d.R. Hand in Hand.

 

Akupunktur / Ohrakupunktur

Zuletzt erfolgt die Akupunktur-Behandlung. In der Praxis Theuerkorn ausschließlich mit Ohrakupunktur . Als schnelle und wirkungsvolle Reflexzonentherapie eignet sie sich, um zum einen auf die möglichen muskulären Folgereaktionen der chiropraktischen Behandlung Einfluss zu nehmen, vor allem aber kann sie sowohl auf organischer, psychischer und lokal / physischer Ebene Einfluss auf das Kopfschmerz- und Spannungsgeschehen nehmen. Tatsächlich ist es in ca. 70% der Fälle von Migränebehandlungen ohne chiropraktische oder manuelle Eingriffe, also mit reinen Akupunkturbehandlungen, zu Erstverschlimmerungen in Form von leichten bis mittleren Kopfschmerzanfällen gekommen. Diese bleiben dann aber immer nach der 2. Behandlung aus. Es ist wichtig, den Patient auf diesen Umstand hinzuweisen, damit er vor allem darauf vorbereitet ist und die Therapie nicht abbricht. Erstbehandlungen bei Migräne werden in der Praxis Theuerkorn seit einiger Zeit meist vor dem Wochenende durchgeführt, damit der Patient schon möglichst entspannt in die erste Sitzung kommen kann, und sich nicht den Kopf zerbricht, ob er die nächsten 2 Tage krankfeiern muss.

Die Häufigkeit der nichtbehandelten Migräneanfälle schwankt laut Angaben der Patienten von „jeden Donnerstag“, „alle 2 Wochen“ bis  „1x im Quartal“. Die Häufigkeit der behandelten Migräneanfälle konnte dabei positiv beeinflusst werden in Form von 3 Anfällen pro Jahr bis zum vollständigen Ausbleiben der Migräneanfälle.

Die Behandlunsgdauer wird immer auf 6 Einheiten angesetzt, wobei sie oft auf 4-5 Sitzungen verkürzt werden kann.

Zur Akupunktur sei angemerkt, dass sie bei der Migräne-Therapie die eigentliche Behandlungsmethode darstellt. Nicht selten kommen Patienten in die Praxis, die nicht chiropraktisch behandelt werden möchten. In diesem Fall wird die Akupunkturbehandlung aufwendiger und es ist dem Patienten zum empfehlen, sich weiter in osteopathische oder physiotherapeutische Behandlung zu begeben, solange die Blockaden durch die Akupunktur nicht behoben werden können.
Auch dies ist meines Erachtens möglich, wenn auch schwierig. Da insbesondere die Patienten mit Bandscheibenvorfällen und HWS-Syndrom schonend behandelt werden sollten, wird nicht selten auf die chiropraktische Behandlung der Halswirbelsäule verzichtet. Nach einigen Sitzungen kann man dann trotzdem feststellen, dass sich die Position der Halswirbel und der Tonus der betreffenden Muskulatur positiv verändern. Allerdings wird bei der Akupunktur mehr Geduld aufzubringen sein.

Die Nadeln werden in alle Segmente des Ohres  appliziert und beschränken sich dabei wiederum auf die virulentesten Punkte. Besonderer Bedeutung kommt bei der Migränebehandlung offensichtlich dem Nierenareal und gewissen Entzündungsparametern zu, welche wiederum die Theorie einer Entzündungsreaktion stützen. Ebenso werden vor allem „Entspannungspunkte“ oder spezielle „Meisterpunkte“ im Ohr genadelt, welche eine stark ausleitende, regulierende und somit ebenso entspannende Wirkung entfalten.

 

Psychosomatik

Psychosomatische Ursachen dürfen auch bei der Migräne und den Spannungskopfschmerzen nicht außer Acht gelassen werden.

Wenn wir es mit einer Spannungs-Migräne zu tun haben, und die muskulären Ursachen auf der Hand liegen, ist der nächste Schritt die Frage nach dem „Warum“. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Muskelspannungen durch Repositionierung von Gelenken begünstigt und idealer Weise reduziert werden können. Dennoch stellt sich die Frage, warum sich diese Spannungen immer wieder aufbauen, warum es immer wieder zu Blockaden der Gelenke und Muskulatur kommt.
Natürlich müssen an dieser Stelle vorerst weitere Ursachen ausgeschlossen werden: Falsche Matratze, Fehlhaltungen im Alltag, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Fehlregulationen von organischen Erkrankungen wie z.B. der  Schilddrüse. Egal, wie die Suche nach der Ursache endet, die Frage nach dem psychischen Faktor muss letzten Endes doch gestellt werden.

Das Sprichwort: „Du hast die Angst im Nacken“ hat viel Wahres, wenn man an diesem Punkt beim Patienten „nachbohrt“ und häufig erfährt, das Nackenbeschwerden und damit auch Kopfschmerzen oder letzten Endes Migräne häufig durch Stresssituationen ausgelöst oder verschlimmert werden. Und wieder können wir hier feststellen, dass der Stress  unterschiedliche Qualitäten hat. Daher finden wir im HWS-Bereich häufig Stresssyndrome, die mit Druck (Arbeit, Beziehungspartner) zu tun haben. Das „buckeln“ und „den Kopf einziehen“ um nicht „den Kopf hinhalten zu müssen“ ist ein typisches Symptom.  Vergleichen wir den „HWS-Typen“ (Halswirbelsäule)mit den anderen: Der „LWS-Typ“ (Lendenwirbelsäule) ist mehr das Arbeitstier, dass sich ständig überlastet und „sein Kreuz zu tragen“ hat. Er lastet sich mehr auf, als gut für ihn ist, und die Last des Alltages wird schnell zur Belastung. Dem „BWS-Typ (Brustwirbelsäule) hat etwas von beidem: er überlastet sich, und er muss Druck von oben stand halten. Aber er neigt dazu, diese Problematiken in Groll und Wut umzuschlagen. Dass schlägt ihm dann häufig auf den Magen und den Brustkorb. Ihm „bleibt vor Wut die Luft weg“. Diese körperlichen Beschwerden hängen dann wiederum häufig mit Blockaden der Brustwirbel zusammen.

Der Nackenpatient neigt dazu, die Schulter hoch zu ziehen. Ob er nun friert, und sich duckt, oder ob er in eine Schutzhaltung geht, um dem, was von Oben kommt, stand halten zu können: jedes Mal wird der Nackenmuskel überbelastet und baut so ständig mehr Spannung auf, die sich irgendwann auf die Wirbelsäule überträgt. Hier kann mit Akupunktur zur muskulären und psychischen Entspannung entgegen gewirkt werden. Vor allem sollten dann aber die Verhaltensmuster des Patienten hinterfragt und, wenn notwendig, behandelt  werden.

 

Festzuhalten ist, dass mit einer Kombination aus manueller Therapie, Muskelentspannung und Stressreduktion bei Kopfschmerz- und Migränepatienten häufig der erste Schritt zur Genesung oder zumindest zu einer erheblichen Linderung der Beschwerden bedeuten kann. Die neue Vorgehensweise von Neurologen oder Orthopäden, neben Musklerelaxantien schwerste Antidepressiva oder Neuroleptika zu verordnen, kann nur in schweren Fällen der letzte Ausweg sein. Und er darf vor allem nicht bei jüngeren Patienten das Schlusswort bedeuten. Gerade bei den jungen Menschen haben wir es allzu oft mit den Nebenwirkung hormoneller Umstellungen und den emotionalen Belastungen des „Erwachsenwerdens“ zu tun, was dem Adepten dann Kopfzerbrechen bereitet. Jede psychische Spannung schlägt sich irgendwann auf den Organismus nieder.

Die hier gemachten Aussagen vertreten keinen wissenschaftlich anerkannten Standpunkt. Die hier gemachten Aussagen können und wollen eine möglicherweise notwendige therapeutische Behandlung nicht ersetzen. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte immer Rat bei einem Arzt oder Heilpraktiker.
Aus rechtlichen Gründen weise ich besonders darauf hin, dass bei keiner der aufgeführten Therapien der Eindruck erweckt wird, dass hier ein Heilungsversprechen meinerseits zugrunde liegt bzw. Linderung oder Verbesserung einer Erkrankung garantiert oder versprochen wird.

Sport und Training bei ISG-Blockaden

Machen Sie nur zielgerichtetes Training, wenn eine (ISG)-Blockade behoben wurde. Mit einer bestehenden Blockade fixieren Sie durch Kräftigungsübungen die Fehlstellung. Umso schwerer wird es dann für jeden Therapeuten, ihre Beschwerden zu lindern. Lediglich mobilisierende und lockernde Übungen können sinnvoll sein.

Bei wiederkehrenden ISG – Blockaden (Kreuzbein-Darmbein-Gelenksblockaden) ist es wichtig unter fachlicher Anleitung zu trainieren. Der einfache Tip „machen Sie Sport“ kann an dieser Stelle nicht ausreichend sein! Um eine muskuläre Dysbalance, welche häufig aus dauerhaften Fehlstellungen resultiert, zu korrigieren, muss genaue Kenntniss der Pathophysiologie einer ISG-Blockade vorhanden sein. Ansonsten werden bestehende Beschwerden nur verschlimmert.

Lassen Sie sich von ihrem Trainer oder IMG00163-20110209-1213Sporttherapeuten genau erklären, welche Muskeln gekräftigt werden müssen und welche zu mobilisieren sind. Hier spielen vor allem die Pomuskulatur (Gluteus-Muskulatur), die Psoas/Iliopsoas-Muskeln sowie der „Birnenförmige“ Muskel (M. Piriformis), neben den klassischen Übungen zur Kräftigung von Rücken und Bauch, eine wichtige Rolle,.

Der M. Piriformis ist übrigens ein Muskel, der häufig bei Verkürzung oder Verspannung den Ischias-Nerv irritieren kann (Piriformis-Syndrom) und dann zu  „missverstandenen“ Ischias-Symptomen führt. So muss nicht jeder Ischias-Schmerz eine Bandscheibenproblematik bedeuten.

ISG-Blockaden führen darüber hinaus zu Dysbalancen von Muskelpaaren, welche dann widerum ein asymmetrisches Training der Muskulatur notwendig machen.

Lassen Sie sich genau beraten, wie ein solches Training zusammen gestellt werden muss und sein Sie sich im Klaren, dass ihre sportlichen Versuche ohne eine eindeutige Diagnose nicht von Erfolg gekrönt sein werden. Dies führt letzendlich zu dem Schluss, dass Sie in herkömmlichen Sporteinrichtungen ihr Problem nicht in den Griff bekomen werden.

Lassen Sie sich von qualifizierten Sporttherapeuten in Rückenschule unterweisen oder nehmen Sie an Pilates-Kursen teil, welche von Übungsleitern angeleitet werden, die in ihrem Fach ordentlich ausgebildet wurden. Im Moment gibt es in Deutschland nicht mal eine Hand voll Institutionen, die eine solche Pilates – Qualifikation anbieten.IMG00164-20110210-1130
Auch eine Übungsleiter-Qualifikation für Präventionskurse nach §20 SGB V ist bei weitem nicht ausreichend, um ihre gesundheitlichen Probleme überschauen zu können. Die derzeit sogar von den Sportfakultäten der Universitäten angebotenen Qualifikationen für Diplomsportlehrer weisen gravierende Lücken in der Wissensvermittlung auf, so dass zu einer Teilnahme an solchen Kurse höchstens bei Leitung durch einen Physiotherapeuten geraten werden kann.
Die Erfahrung hat leider gezeigt, dass hier, ähnlich wie bei Rehasportlizenzen, das teure Papier der Zulassung mehr bedeutet, als fachlich fundierte Ausbildung.

Für die Zulassung zum Rehasport-Kursleiter werden ähnliche Anforderungen gestellt, wie für die Übungsleiter-Qualifikation für Präventionskurse nach §20 SGB V. Leider zeigt das Ergebnis, dass hier eine teure Ausbildung mit wenig Hintergrund konzipiert wurde, an der vor allem die Bildungseinrichtungen viel Geld verdienen können. Viel zu häufig werden trainingstherapeutische und sportmedizinische Grundlagen nur rudimentär vermittelt, wodurch eine fachlich kompetente Durchführung dieser Kurse nicht realisierbar wird.

                                                                                                                                                                 

In der Naturheilpraxis Theuerkorn
– werden Sie eingehend untersucht.
– werden bestehende Blockaden chiropraktisch gelöst.
Wird Ihnen auf der Basis der Diagnose ein Übungsprogramm zusammen gestellt, dass:
– die wesentlichen Muskeln mobilisiert und dehnt.
– die wesentlichen Muskeln kräftigt und ein Gelenk stabilisiert.

Die Beinlängendifferenz und der Beckenschiefstand

Ein Großteil der Bevölkerung leidet unter einer Beinlängendifferenz, die häufig schon im Vorschulalter diagnostiziert wird, und welche dann, über Jahre verschleppt, zu weitreichenden Rücken-, Hüft- und Knieproblemen führen kann.
Tatsächlich muss man sich die Frage stellen, ob „Alterserscheinungen“ wie die Hüft- oder Kniearthrose und chronische Rückenschmerzen durch Beinlängendifferenzen und damit verbundenen Fehlbelastungen in ihrer Entwicklung begünstigt werden.

An dieser Stelle soll bei der Arthrose-Problematik auf entsprechenden Artikel verwiesen werden, welcher vor einiger Zeit hier veröffentlicht wurde und nicht unberücksichtigt bleiben darf.

Trotzdem muss man sich, vor allem bei asymmetrischen Symptomen, einseitigen Arthroseentwicklung, Meniskusschäden, Ischias-Beschwerden, immer die Frage stellen, was zu einer einseitigen Entwicklung in nur einer Hüfte, Knie oder eben, einseitigem Ischias-Leiden und lateralen Bandscheibenproblematiken führte. Das gilt auch für die beidseitige Hüftarthrose, bei dem oft die gesunde Hüfte der kaputten Hüfte, durch folgende Fehlbelastung zeitlich folgt.

Die Antwort ist recht erstaunlich, wenn man  bedenkt, dass es in geschätzt 9 von 10 Fällen diese Beinlängendifferenz tatsächlich gar nicht gibt!
Zumindest nicht als ursächliches Problem!
Zugegeben: auch in der Praxis Theuerkorn werden ebenso häufig Beinlängendifferenzen in der Eingangsuntersuchung festgestellt. Allerdings kommen Chiropraktiker, Osteopathen und andere Rückentherapeuten i. d. R. zu dem Schluss, dass diese Beinlängendifferenz nur ein Phänomen einer weitreichenderen Problematik einer Beckenfehlstellung ist (Beckendistorsion).
Vor allem stellt man im Behandlungsverlauf meist schon nach den ersten Behandlungen fest, dass diese Beinlängendifferenz reversibel ist, also behoben werden kann.
Es muss natürlich angemerkt werden, dass es auch angeborene und daher irreversible, wachstumsbedingte Beinlängendifferenzen gibt. Solche Menschen erkennt man meistens an den einseitig hohen Schuhabsätzen, welche Beinlängendifferenzen von mehreren Zentimetern bedeuten, und bei denen es ohne Absatzerhöhung nicht schmerzfrei geht.
Differenzen im Millimeterbereich bis hin zu 3,0 Zentimeter hingegen sind i.d.R. erworbene und daher zumeist behebbare Differenzen, die hingegen nur scheinbar als Verlängerung eines Beines auftreten!

Hier stellt sich, wie so oft, die Frage, warum in der Schulmedizin daher mit Einlagen, und im Notfall medikamentöser Symptombehandlung, diese Ursache nicht beseitigt wird?

Schaut man sich das Problem der Beinlängendifferenz genauer an, stell man immer wieder fest, dass eine Beckenfehlstellung Ursache ist, und ein Beckenschiefstand dann jedoch erst aus der, aus der Fehlstellung resultierenden, Beinlängendifferenz entsteht (Beckenfehlstellung => Beinlängendifferenz => Beckenschiefstand). Somit finden wir in der Beinlängendifferenz zwar eine brauchbare Diagnose, nicht aber eine sinnvolle und notwendige therapeutische Behandlungsgrundlage.
Die Behandlungsgrundlage bildet eben die Beckenfehlstellung, die nicht das Gleiche wie der daraus resultierende Beckenschiefstand ist!

Die Diagnose Beinlängendifferenz führt daher i.d.R. zu einer vorhandenen Beckenproblematik, die wiederum meistens ihren Ausgang in einer Blockierung der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (ISG-Blockade) findet.
Die Pathophysiologie der ISG-Blockade ist einleuchtend (auch für Wissenschaftler, wenn sie denn wollen) und belegbar.

Der knöcherne Beckengürtel besteht aus drei wesentlichen Knochenstrukturen, welchen durch drei Gelenke zu Beweglichkeit verholfen wird. Das Kreuzbein als Fortsatz der Lendenwirbel wird rechts und links von den Darmbeinen eingefasst. Hier finden wir rechts und links je ein Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (ISG). Die zwei Darmbeine laufen vorne am Schambein zusammen. Auch Sie werden durch eine knorpelige Gelenkverbindung, der Schambeinfuge (Symphyse) beweglich gehalten. Die weitere Anatomie des Beckens soll an dieser Stelle in den Hintergrund treten.
Das Problem der Beckendistorsion wird vor allem durch die Beweglichkeit der ISG-Gelenke hervorgerufen, welche sich zumeist nach vorne (ventral), oder nach hinten (dorsal) verschieben. Durch die Beweglichkeit der Schambeinfuge kommt es dann wiederum zu einer umgekehrten Verschiebung des gegenüberliegenden ISG-Gelenks in die entgegengesetzte Richtung. Das klassische Bild einer Beckendistorsion, ist also genau genommen erst mal einen Beckenverwringung / Beckenverdrehung (Distorsion).
Durch die folgende Lageveränderung der zwei Darmbeine und einer Steilstellung des nach ventral gekippten Darmbeins, kommt es zu einer Veränderung des Hüftgelenkwinkels und damit Fehlstellung der Hüfte und resultierender (scheinbarer) Beinlängendifferenz.
Die Diagnose des Beckenschiefstandes lässt sich i.d.R. dann erst im Stehen feststellen, wenn das scheinbar längere Bein das gleichseitige Darmbein in der Frontalebene verschiebt.

Die Symptome der Beckendistorsion oder einer ISG-Blockierung sind vielfältig. Sie beginnen häufig mit Druckschmerz im Bereich des ventral verlagerten Darmbeins. Schmerzen können auch im Bereich des nach dorsal verlagerten Darmbeins auftreten.
Durch eine anhaltende Beckendistorsion, kommt es in Folge zu einer Kippung und Verdrehung (Rotation) der Lendenwirbel mit Skoliosebildung (Rotationsskoliose) und dann entsprechender Begleitsymptomatik. Hier kann es dann dauerhaft zu Bandscheibenkompressionen und Diskusprolaps kommen, mit entsprechender lateraler Schmerzsymptomatik, bzw. Ischiassyndrom. Sobald man eine einseitige neurologische Symptomatik der unteren Extremitäten vorfindet, sollte man immer eine Beckendistorsion untersuchen und ggf. behandeln.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass z.B. eine laterale Bandscheibenprotusion (Bandscheibenvorwölbung) in ihrer Schmerzsymptomatik, durch eine Behebung der Beckengelenksblockaden ausgesprochen günstig beeinflusst werden kann. Oft können akute Ischias-Beschwerden rasch beseitigt werden.
Durch die veränderten Hüftwinkel kann es zu Fehlbelastung derselben, sowie Fehlbelastungen der Knie mit resultierenden Beschwerden der Innen- oder Außenmenisken und X-oder O-Bein-Stellung kommen. Auch Senk- und Spreizfüße sowie einseitiger Hallux valgus sollte in Verbindung mit einer Korrektur der Beckenstellung, wenn feststellbar, behandelt werden.
Selbst HWS-Symptome, Kopfgelenksblockaden, Schulter-Arm-Syndrom und Tennisarm etc., können durch Beckendistorsionen in ihrem Entstehen und Verlauf begünstigt werden.

Durch die anhaltende Fehlstellung der Hüften, Knie, Wirbelsäule bis zum Kopf, kommt es zu meist einseitigen Beschwerden in allen Bereichen der Wirbelsäule und oberen sowie unteren Extremitäten.

Das Geschilderte zeigt, dass eine Beinlängendifferenz viel zu oft in der Inspektion zwar festgestellt werden kann, durch eine Beckenfehlstellung jedoch tatsächlich gar nicht vorhanden ist. Vielmehr ist die Diagnose einer Beinlängendifferenz ausgesprochen wichtig für die genauere Diagnose der Beckendistorsion, und leitet die weiteren Behandlungsschritte ein. Die Verlagerten Darmbeine lassen sich am hinteren oberen Darmbeinkamm (SIPS) palpieren und ergeben hier das eindeutige Bild einer Distorsion, welche sich dann ggf. durch Röntgenbilder belegen lässt.

Fatal kann die Diagnose Beinlängendifferenz allerdings werden, wenn ihr mit Einlagen versucht wird entgegen zu steuern und es so folglich zu einer Fixierung der Beckenfehlstellung kommt, die dann mit der Zeit immer schwieriger zu behandeln wird, da eine Behandlung muskulärer Fehlstellungen und Dysbalancen mit behandelt werden muss, und den Behandlungsverlauf aufwendiger und schwieriger macht.

Die Behandlung mit Muskelrelaxantien i.m. verabreicht, birgt häufig die Gefahr, dass sich Blockaden zwar lösen, durch den herabgesetzten Muskeltonus jedoch umso schneller wieder manifestieren. So öffnet diese konservative Methode häufig den Weg zu wiederkehrenden Blockaden, welche später als „chronisch rezidivierende“ Gelenksblockaden ohne erkennbare Ursache, so manchem Patienten das Leben erschweren.

Literatur:
Dr. Wilh. P. Ackermann – Die gezielte Diagnose und Technik der Chiropraktik, Arbeitsbuch, Usp-Publishing, 4. Aufl. 2008

Rückenschule (nach Theuerkorn)

Häufig läutet der Rat eines Orthopäden: „Machen Sie Sport!“ oder „Sie müssen die Rückenmuskulatur kräftigen!“
Aber was ist damit gemeint? Und wie stärke ich meinen Rücken richtig? Besser noch: wie stabilisiere ich die Wirbelsäule richtig, ohne das Beschwerden verstärkt, sondern gelindert werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass, egal welche Beschwerden vorliegen, in einem klassischen Fitnessstudio die Trainingskonzepte für ihren Rücken in der Regel immer gleich aussehen.
Ohne die tatsächlichen Pathomechanismen von Bandscheibenvorfällen, Hohlkreuz oder Rundrücken zu berücksichtigen, werden Trainingspläne erstellt. Häufig endet diese Vorgehensweise in einer Zunahme der ursprünglichen Beschwerden.
Wer hat wirklich begriffen, dass ein verspannter Nacken nicht gekräftigt, sondern eben entspannt werden muss, bevor überhaupt an eine Kräftigung gedacht werden kann?
Welcher Muskel, welche Muskelgruppen sind tatsächlich zu schwach und welche zu stark? Hier handelt es sich um Fragen, die nicht pauschal beantwortet werden können, sondern die sich aus einer ausführlichen Anamnese und Betrachtung der tatsächlichen Symptomatiken ergeben. Und die resultierenden Feststellungen sind häufig individuell unterschiedlich und allzu oft widersprüchlich zu den standardisierten Trainingskonzepten der meisten Trainingseinrichtungen.

Um Rückengerecht und vor allem individuell angepasst zu trainieren, benötigen Sie eine fachgerechte Anleitung, die Sie selbst in vielen Gesundheitseinrichtungen aus Zeitdruck oder wegen fehlender fachlicher Qualifikation, nicht bekommen werden.

Bei unserer Rückenschule steht die Haltungskorrektur an erster Stelle, danach müssen individuelle Symptome trainingstherapeutisch korrigiert werden und zuletzt werden dann Muskeln gekräftigt.
Ein ganzheitliches Bewegungskonzept besteht aus der Vermittlung natürlicher Bewegungsabläufe auf der Basis biomechanischer Tatsachen, Mobilisation der Gelenke und des aktiven Bewegungsapperates sowie Kräftigung notwendiger Muskulatur.

Eine Rückenschule muss drei Kriterien erfüllen, damit Sie sich von herkömmlichen Gymnastik-Konzepten unterscheidet:

– Eine Rückenschule dient der Schulung der eigenen Wahrnehmung und damit Feststellung von Fehlhaltungen, Fehlbelastungen und Leistungsdefiziten des eigenen Körpers.

Darüber hinaus soll die Rückenschule natürlich Alternativen zu solchem, nicht angeborenem Fehlverhalten, das zu Problemen in der Wirbelsäule und den Extremitäten führte oder führen kann, bieten. Somit dient Sie der Schulung der Haltung und Verbesserung des eigenen Wohlempfindens.

– Letztendlich soll die Rückenschule die Leistungsfähigkeit der Muskeln, durch gezielte Kräftigungs- und Mobilisationsübungen erhalten oder verbessern, damit diese ihrer Aufgabe als Stützapparat des Knochenskeletts übernehmen können.

Nur so kann die Gesundheit des Bewegungsapperates langfristig gewährleistet werden und nur so wird Lebensqualität erhalten oder Verbessert.

Die Zusammenhänge zwischen organischen Leiden und Störungen des Bewegungsapparates durch Fehlstellungen, bzw. Blockaden von Gelenken, besonders der Wirbelsäule, werden wissenschaftlich nach wie vor diskutiert aber nicht anerkannt. Die Praxiserfahrungen hingegen haben schon lange gezeigt, dass zum einen Sport das Wohlbefinden besonders auf psychischer Ebene steigert. Zum anderen kann viel häufiger noch eine Regulation von Beschwerden, die über den Bewegungsapparat hinaus gehen, beobachtet werden, wenn auf einen Haltungsfehler sportlich oder therapeutisch eingewirkt wird.
So kann einer Einengung von Organen des Thorax bei verstärktem Rundrücken (Kyphose) durch Aufrichtung der Wirbelsäule entgegen gewirkt werden. Dies kann die Funktion von Lunge und Herz günstig beeinflussen.
Immer wieder blockierte Halswirbel können das Nervengeflecht des Arm-Schulter-Bereichs irritieren und neben Schmerzen auch hier eine Einschränkung der Funktionalität hervorrufen, die sich in Taubheit der Finger oder Lähmung eines Arms äußern kann.
Nicht jeder kribbelnde Finger muss ein Bandscheibenvorfall sein. Nach entsprechender ärztlicher Abklärung kann es genügen, verspannte Muskulatur durch Gymnastik zu lockern und zu mobilisieren.
Zusammenhänge können in der praktischen Anwendung zeitweise recht deutlich erkannt werden, wenn sich bestimmte Beschwerden regulieren, nachdem ein gesundheitsorientiertes Sportkonzept begonnen und konsequent durchgeführt wurde.
Hierzu reichen in der Regel mehrmals wöchentlich 20 Minuten aus, um einen Anfang zu machen.
Stundenlanges Training in überfüllten Fitnessstudios, welche, zugegeben heute günstig, aber nicht zwangsläufig auch gesundheitsfördernd sind, muss nicht als Standard festgelegt werden. Jeder Gymnast sollte sein eigenes, gesundes Pensum finden, damit wirkliches Wohlbefinden erreicht werden kann.

Viel zu häufig artikulieren sich psychosomatische Prozesse in Rückenbeschwerden, die besonders in unserer schnelllebigen, hecktischen Gesellschaft im Stress oder sogar Burnout ihre Ursache finden. Nicht selten empfinden Menschen mit Rückenbeschwerden im unteren Rücken das Leben selbst als eine Last, sie haben „ihr Kreuz zu tragen“, wohin gegen Menschen mit Beschwerden im Brustwirbelbereich mehr von Groll, Wut oder Zorn erfüllt sein können, bis ihnen sprichwörtlich „die Luft weg bleibt“. Die Halswirbelsymptomatik, das „HWS-Syndrom“ äußert sich hingegen öfter bei ängstlichen und zurückhaltenden Menschen, die eher dazu neigen, sich vor Ärger oder Stress „weg zu ducken“ um dem „Schlag in den Nacken“ aus dem Weg zu gehen. „Druck von oben“ ist häufig ein wichtiges Problem, dass aufgelöst werden sollte.
Was bringt es also, sich im Fitnessstudio noch mehr Stress und Unruhe auszusetzen? Wer unter Stresssyndromen leidet, sollte dies bei seiner sportlichen Aktivität berücksichtigen und einen Sport betreiben, der vor allem Bewegt und entspannt, und dann erst den Muskel stärkt.

Eine ganzheitliche Rückenschule muss solche Mechanismen erkennen und, wenn möglich versuchen im Training entgegen zu steuern. Eine Rückenschule sollte daher immer auch den Stressfaktor und die Rolle der Psychosomatik berücksichtigen.

Aus rechtlichen Gründen muss ich natürlich darauf hinweisen, dass die hier geschilderten Erkenntnisse keine wissenschaftlich fundierten Aussagen vertreten, und darüber hinaus hier kein Heilungsversprechen von mir gemacht wird.

Tim Theuerkorn

Chiropraktik

Die Chiropraktik ist eine gezielte Handgrifftechnik zur Repositionierung von Gelenken, mit dem Ziel, die ursprüngliche Beweglichkeit wiederzuerlangen.
An der Wirbelsäule, den Rippen, Armen und Beinen werden zielgerichtete und rasche Bewegungen angewendet, um Blockaden zu lösen und Fehlstellungen zu korrigieren. Diese biomechanische Methode geht dabei, wie zu oft fälschlicher Weise angenommen, ohne Ruck und erhöhten Kraftaufwand vor, um erworbene Fehlstellungen zu beheben.

Die Ursprüngliche These, dass Fehlstellungen und dauerhafte, irritierte Nerven nicht nur zu Erkrankungen des Bewegungsapparates, sondern auch zu organischen Störungen führen könnten, ist wissenschaftlich derzeit nicht belegt, bildet aber die Kernaussage, der ursprünglichen chiropraktischen Lehre. Die Frage, ob man organische Erkrankungen durch einen chiropraktischen Eingriff beheben kann, sei dahin gestellt. Trotzdem konnten Verbesserungen von organischen Beschwerden nach einem gezielten Eingriff, besonders an der Wirbelsäule beobachtet werden. Diese Erkenntnisse sind allerdings ebenfalls nicht wissenschaftlich belegt.
In der Naturheilkunde und ganzheitlichen Medizin hat die Chiropraktik daher allerdings durchaus auch eine diagnostische Bedeutung.
Geht man davon aus, dass Nerven, die rechts und links neben der Wirbelsäule aus dem Spinalkanal austreten, und welche für die nervale Steuerung eines spezifischen Organsystems zuständig sind, durch eine Fehlstellung der Wirbel irritiert werden, muss man sich gleichzeitig die Frage stellen, ob die Funktion eines Organs ebenso beeinträchtigt wird, wie der Nerv selbst in seiner Funktion.
Typische Beschwerden einer Wurzelkompression eines Nervs an der Wirbelsäule, sind Mißempfindungen, Lähmungserscheinungen und Schmerzen. Das Ischias-Syndrom, bei dem es zu diesen Symptomen durch Irritation von sensiblen und motorischen Nerven im Lendenwirbelbereich kommt, zeigt den Mechanismus  systemischer Ausfälle in den Beinen bei nervaler Irritation durch z.B. Blockaden der Wirbelsäule oder Beckengelenke. Man sollte sich also die Frage stellen, ob ebenso die Funktion von Organen durch so eine Irritation eingeschränkt wird. Da die notwendige nervale Steuerung der Organe ebenso über das Rückenmark verläuft, muss man annehmen, dass durch eine Störung im Nerv, die Organfunktionen gestört oder wesentlich in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, solange eine Blockade bestehen bleibt.

Die häufig angenommene und befürchtete „Überdehnung“ des Bandapparates wird bei einem chiropraktischen Eingriff hingegen nicht erreicht, da mit der Repositionierung eines Gelenks gleichzeitig die Normalstellung des Band- und Muskelapparates erreicht wird. Ein betroffenes Gelenk wird dabei lediglich leicht über seinen normalen Bewegungsradius hinaus bewegt, ohne die anatomischen Grenzen zu überschreiten und physiologischen Gegebenheiten außer Acht zu lassen. Anstelle des so oft angenommenen, „brachialen“ Rucks, wird lediglich mit leichtem Impuls über den Radius eines Gelenks bewegt. Das dabei häufig wahrgenommene Knacken ist jedoch nicht das Knacken der Knochen, sondern das Lösen eines Vakuums, das durch eine Fehlstellung, Subluxation, bzw. den verschobenen, verdrehten oder gekippten Wirbel, in einem Gelenk entstanden ist.

Die Chiropraktik wird heute auch als Teil der strukturellen Chiropraktik und sanften Osteopathie  angesehen. Chiropraktiker wie Dr. Ackermann legten besonderen Wert auf eine sanfte Methode, die möglichst schmerzfrei, und unter Berücksichtigung kausaler Zusammenhänge im gesamten Organismus Mensch, wirken sollte. Aus diesem Grund kann die Chiropraktik durchaus als ganzheitliche Heilmethode gelten und ergänzt hier andere ganzheitliche Therapieformen.

Aus rechtlichen Gründen weise ich besonders darauf hin, dass bei keiner der aufgeführten Therapien der Eindruck erweckt wird, dass hier ein Heilungsversprechen meinerseits zugrunde liegt bzw. Linderung oder Verbesserung einer Erkrankung garantiert oder versprochen wird.